Ein Umbruch – Eine Edition – Ein Book Release

das buchlabor
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Bald wird geblättert, gelesen, getanzt. Freudig feiert Edition Umbruch ihren Book-Release. Die Crowdfundingkampagne war erfolgreich. Gefeiert wird am Donnerstag, den 09.07., im Island in Hamburg ab 18:30.

Worum es geht? Wir reden über Bücher.

Wir? Das sind vier Masterstudentinnen des Studiengangs Master Design der HAW Hamburg, wir haben die Publikation „Edition Umbruch“ erarbeitet. Und „Bücher“? Wir skizzieren, worin sich im digitalen Zeitalter das Publizieren und die Rolle des Gestalters ändern. Wir gehen dabei auf folgende Themen ein: Wie wirkt sich der mediale Umbruch auf das Lese- und Nutzerverhalten aus? Wohin führt dieser Umbruch in den Bereichen Print und Digital? Wie gehen wir als Gestalter mit dem Umbruch um?

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Aufgegriffen und beleuchtet wird dies inhaltlich und gestalterisch. Mit eigenen Texten und visuellen Beiträgen:

  • Wie wir lesen, was wir lesen, wo und worauf wir lesen, wird im Kapitel „Lesekultur“ thematisiert.
  • Wie es um das Gedruckte steht, wo das Gedruckte in Zukunft steht, wie man die Krise von Print verstehen kann, skizziert das Kapitel „Print“.
  • „Digital“ hingegen beleuchtet Publikationen, die leuchten. Und vieles, was das digitale Zeitalter digital publiziert.
  • Wie wir als Gestalter das digitale Zeitalter gestalten, mit was für Gestalten, was wir von digitalen Büchern halten, wie wir digitalen Lesestoff behalten, wie sich digitale Bücher halten, wo wir Gestalter stehen, kurz: wie wir Gestalter E-Books sehen, das liest man in „Der Gestalter und das digitale Buch“.

In der Publikation „Edition Umbruch“ finden sich unsere eigenen Gedanken und die von Umfrageteilnehmern. „Edition Umbruch“ achtet auf Stimmen von Gestaltern, aus der Designszene und dem Verlagswesen. Sie sind zu lesen im Teil Zwei. Im ersten Teil eine Collage von Zitaten, von Blumen und Blättern, vom Rascheln und Swipen, von der Beschwernis und der Befreiung, von analog und digital, von Vorurteilen und vom Frieden. Eine Publikation, geteilt, aber nicht geteilter Meinung. Ein Atemzug, zwei Worte? Edition Umbruch.

Gestaltung & Konzept: Laura Asmus, Luzia Hein, Marion Schreiber, Svenja Wamser

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Mehr Informationen unter:

http://www.edition-umbruch.de
https://www.facebook.com/edition.umbruch
https://www.facebook.com/events/549356551869769
https://www.startnext.com/edition-umbruch

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(EI2) Werkstattgespäche am 20. Mai 2015, 16:00 Uhr

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das buchlabor möchte euch herzlich zu den werkstattgesprächen am mittwoch, dem 20. mai 2015 um 16:00 uhr im dortmunder u einladen.

die werkstattgespräche finden im rahmen der buchlabor ausstellung dialoge über bücher statt, welche vom 25. april bis zum 7. juni 2015 im dortmunder u gezeigt wird.

ausgewählte arbeiten der ausstellungsexponate werden von den autoren selbst in gemütlicher atmosphäre vorgestellt und können im gespräch erläutert werden. eingeladen sind:

→ andreas bülhoff – doppelspaltversuch (lesung)
→ andreas till – the studio reader
→ maxim franke – körperpartituren (performance)
→ yasemin fakili – ein kompakter leitfaden für chinesische und lateinische typografie

beginn ist um 16.00 uhr

dortmunder u – zentrum für kunst und krativität
uzwei, kulturelle bildung
leonie-reygers-terasse
44137 dortmund

ausstellung vom
25. april bis 7. juni 2015
täglich 11.00 bis 18.00 uhr (mo geschlossen)

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dialoge über bücher – ausstellung: über lesen

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wir möchten euch herzlich zur eröffnung unserer ausstellung dialoge über bücher – über lesen
am samstag, dem 25. april 2015 im dortmunder u einladen.

eröffnungssymposium um 14.00 uhr
→ jan filek – read/ability. typografie und lesbarkeit
→ ralf herrmann – speed reading – über die leserlichkeit von schrift auf straßenschildern
→ ulrike stoltz – kreuz&quer / hin&her – über nicht lineares lesen in büchern

ausstellungseröffnung um 18.00 uhr

dortmunder u – zentrum für kunst und krativität
uzwei, kulturelle bildung
leonie-reygers-terasse
44137 dortmund

ausstellung vom
25. april bis 7. juni 2015
täglich 11.00 bis 18.00 uhr (mo geschlossen)

schön wäre eine kurze rückmeldung zur teilnahme am symposium unter: ueberlesen@buchlabor.net
wir freuen uns auf euer kommen!

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Das buchlabor at the PhotoBookMuseum

The Photobookmuseum

 

Muss ein Fotobuch Fotos enthalten?In zwei Wochen öffnet das erste und einzige Festival seiner Art die Tore: The PhotoBookMuseum.
Während ihr diese Zeilen lest entsteht im Kölner Carlswerk das Mekka der internationalen Fotobuch-Szene. Von August bis Oktober können sich die Besucher durch ein Meer aus Fotobüchern treiben lassen und die Klippen der Erkenntnis erklimmen. Unter der Fragestellung: „Was ist eigentlich das Fotobuch?“ präsentiert das buchlabor neue Gestaltungsansatze, waghalsige Theorien und und die Früchte jahrelanger Forschung. In unserem Fotobuch-Labor könnt Ihr uns helfen den abstrakten Begriff mit Leben zu füllen. Nach einem inspirierenden Tag auf dem Festival, mit Vorträgen, Workshops, Führungen und Aktionen wird uns sicher jeder eine andere Antwort auf die Frage geben können:

Was ist das Fotobuch für Dich?

Daten und Fakten:

The PhotoBookMuseum
The Carlswerk Edition
18.August – 03.Oktober 2014
Köln-Mühlheim

OpeningWeek
19.-24.August 2014

PhotokinaWeek
16.-21. September 2014
In dieser Woche findet in Köln gleichzeitig die Photokina statt.

 

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DecodeCuneiform – Digitale Keilschrift

Digitale_Keilschrift

Von der Tontafel zum Computer-Screen. Die Keilschrift, welche um 3300 v.Chr. von den Sumerern in Mesopotamien entwickelt wurde ist das erste Schriftsystem der Menschheit. Sogar die ägyptischen Hieroglyphen entstanden erst 300 Jahre später. Die Schriftzeichen entwickelten sich von Piktogrammen, also vereinfachten Abbildungen von  Gegenständen, Tieren und Menschen hin zu Ideogrammen. Damit konnten auch abstrakte Begriffe wie »Liebe« oder »Hoffnung« dargestellt werden anstatt lediglich kindische Aufzählungen wie »Ziege 5« zu Papier – oder sagen wir eher Ton – zu bringen. Die Tontafel war auch ein ausschlaggebender Faktor für das Aussehen der Zeichen. Statt die Zeichen in das Material zu ritzen, wurden sie mit einem Griffel in den Ton gedrückt. Dies beschleunigte das Schreibhandwerk enorm. Letztlich wurden die Zeichen immer abstrakter bis sie nur noch einzelne Silben darstellten.

Nun wurden die antiken Schriftzeichen digitalisiert. Initiator des Projektes DecodeCuneiform an der Fachhochschule Mainz und dem Institut Designlabor Gutenberg ist Johannes Bergerhausen, Professor für Typografie.
Das Projekt ist die logische Fortsetzung seines Projektes DecodeUnicode, welches dem Nutzer den digitalen Gebrauch aller Sprachen/Schriftzeichen der Welt ermöglichen möchte.

Das Buch »Digitale Keilschriften – Digital cuneiform« enthält ein Verzeichnis aller Schriftzeichen (Mesopotamisch, Ugaritisch, und Altpersisch) puls der zugehörigen Ziffern und Satzzeichen, sowie geschichtlicher Rahmeninformationen über ihre Herkunft.Mit dem Kauf des Buches erwirbt der Käufer eine Lizenz zur privaten Nutzung des Keilschrift-Fonts. Diesen kann er unter der angegebenen Mailadresse beim Verlag Hermann Schmidt Mainz anfordern.

Titel: Digitale Keilschrift – Digital cuneiform
ISBN: 978-3874398619
Erschienen: 2014
Verlag: Hermann Schmidt Mainz
Sprachen: Deutsch und Englisch

 

Prof. Johannes Bergerhausen bei TEDx Talks über das Projekt Decodeunicode:

Decodeunicode the movie:

 

 

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33pt 2014 – Bunt und laut wars.

Ein paar Eindrücke vom 33pt-Symposium. Bunt und laut wars. Besonders während der Performence von Grzegorz Laszuk, welcher vor seinem Auftritt am Mischpult die Warnung aussprach: »Vorsicht, ich werde singen.« Und ja, eigentlich ging es um Design. Wie das zusammenpasst, lässt sich wohl nur durch den expressiven Workflow kreativer Freigeister erklären, zu denen auch zweifelsohne Sebastian Zimmerhackl gehört. Ein Multitasking-Talent ohne gleichen so scheint es, bedenkt man seine Vita mit der Organisation zahlreicher Symposien, Ausstellungen und Workshops. »Neue Freude finden« ist dabei sein Motto und ganz nebenbei studierte er auch mal Grafikdesign. Laut seiner Mutter hätte er das Studium zwar abbrechen dürfen, doch ein Abschluss war für den Mainzer Ehrensache. Ebenso selbstverständlich schien es Fabia Zindel keinen Millimeter ihrer Stoffe zu verschwenden. Kurzerhand wurden schicke Tabletts gepresst, ein Glücksgriff wie sich bald herausstellte – den die gehen immer – und überbrücken Sommertage die zu heiß sind für bunte Halstücher. Die Textildesignerin kommt in den Sommermonaten aber erst richtig ins schwitzen. Die handwerkliche Produktion ihrer Kollektionen ist ihr genauso wichtig wie der Gestaltungprozess und so zelebriert sie jährlich einen Printmarathon in ihrer kleine Siebdruckwerkstatt. In Bewegung sind die Bilder von Martin Retschitzegger grundsätzlich, nicht nur auf der x und y, sondern auch auf der z-Achse, an Decke, Boden und Wänden. Seit neustem lässt der Computerkünstler unter seinem eigenen Label »monkeymen« Katzen schmelzen und Augen aus den Höhlen springen. Überraschen können aber auch schlichte Buchcover. Lars Müller hält nicht viel davon den Inhalt nach außen zu kehren. Stattdessen schwört er auf Blindprägungen in monochrom weißen Einbänden. Ein Buch über Schnee, könne schließlich kein anderes Cover haben, aber auch für Architekturbände eigne sich diese Art Covergestaltung. So viel Raffinesse und Tiefgang bräuchten mehr Verleger und deshalb hätten wie Lars Müller auch noch viel länger zuhören können.

Fotos gibts auf Facebook.

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Neu im Archiv – Frühjahr 2014 – Bücher zum Thema Lesen

Wir tun es alle täglich – ja beinahe scheint es zum Reflex zu werden, sobald wir lesen gelernt haben. Spätestens nach dem vierten Schuljahr vergessen wir, dass es Zeiten gab, in denen Buchstaben noch keine bunten Bilder in unsere Köpfe zauberten. Doch auch das Auge eines erfahrenen Lesers bedarf einem Mindestmaß an Führung. Deshalb beschäftigen sich Typografen mit der Lesbarkeit und der übersichtlichen Strukturierung von Texten. Doch damit nicht genug, denn ein guter Typograf ist ein Meister der Verführung, der es versteht die Blicke unschuldiger Passanten auf das Papier zu bannen. Nun aber Vorhang auf für drei spannende Projekte, deren Autoren sich selber zu Wort gemeldet haben. Mehr zum Thema Lesen gibts im buchlabor-Archiv.

Graphem Inna Levcenko  Graphem  Inna Levcenko

Was studierst Du? Ich studiere Design Medien Kommunikation im 5. Semester.

Worum geht es in Deinem Buch? Bei meinem Projekt Graphem – Wortbild zur Lesbarkeit handelt es sich nicht direkt um ein Buch, sondern eher eine Themensammlung in einem Schuber, die vielleicht auch als Buch angesehen werden kann. Was ein Buch ist – da scheiden sich ja oft die Geister. Daher bezeichne ich es lieber als Themensammlung aus fünf Broschüren mit eingebauten Plakaten, welche sich mit verschiedenen Themen der Lesbarkeit beschäftigen. Es geht um Themen wie Zeichenerkennung, Lesebewegung, Leserichtung, Klein- und Großschreibung und Ligaturen. Inhaltlich wird der Versuch unternommen, die jeweiligen Themen nicht nur so verständlich und einfach wie möglich darzulegen, um den Leser zur Beschäftigung mit diesen Themen zu animieren, sondern auch fest vorhandene Muster in unserer Lesekultur in Frage zu stellen. Ist zum Beispiel eine andere Leserichtung möglich? Ist Kleinschreibung nicht doch die bessere Schreibweise? Sind Ligaturen nur schön oder auch sinnvoll?

Wie kamst Du auf die Idee? Die folgende Situation kennt wohl jeder: Wenn man sich mal freiwillig oder unfreiwillig mit wissenschaftlichen oder stark theoretischen Texten beschäftigt, ist das oft kein großes Vergnügen. Das liegt oftmals nicht so sehr am trockenen Inhalt oder einer unverständlichen Theoriesprache, sondern oft auch an der ästhetischen Themengestaltung. Die Texte sind furchtbar gesetzt und schlecht lesbar, es gibt keine sofort durchschaubare Hierarchie der Inhalte, vom Fehlen anschaulicher Abbildungen ganz zu schweigen. Ironischer Weise ging es mir bei der Recherche zum Thema Lesbarkeit für dieses Seminar genauso. Viele Texte redeten um den heißen Brei herum und erklärten einfache Sachverhalte unnötig kompliziert. Schaubilder waren furchtbar gestaltet und die Texte in einigen wissenschaftlichen Büchern schlecht gesetzt. Man liest also über Lesbarkeit und muss sich alles mühevoll auseinanderklamüsern, rausschreiben oder skizzieren, um am Ende festzustellen, dass es auch einfacher gehen könnte. Und genau das habe ich versucht. Es soll nicht nur leicht verständlich sein, das Ziel war, dass der Leser bei der Beschäftigung mit diesen Texten Spaß hat. Die Broschüren mit integrierten Plakaten geben ihm die Möglichkeit, bei Bedarf nur leicht an der Themenoberfläche zu kratzen oder gleich ganz einzutauchen und mehr zu erfahren. Wenn ich in meiner Recherchezeit für das Projekt auf solche Medien gestoßen wäre, hätte es mich sehr gefreut. Die Themensammlung soll also als Hilfestellung beim Erlernen theoretischer Sachverhalte zum Thema Lesbarkeit dienen.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Jede Broschüre / Thema besitzt ein eigenes Farbschema aus zwei kontrastierenden Farben. Damit wollte ich einerseits eine klare optische Unterscheidung zwischen den Themen gewährleisten, andererseits sollte dem Leser durch die bunte Welt der Broschüren die Angst vor den »trockenen« Themen genommen werden. Zudem gab es zusätzlich zu der Leseschriftart jeweils einen anderen Font für die Plakat- und Überschriftengestaltung. Die Bildsprache sollte einfach und informativ, aber auch interessant und auffällig sein und den Betrachter neugierig machen.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Als erstes kam natürlich die Recherche aller möglichen Informationen zu den fünf Themen, von denen es ursprünglich sogar noch ein paar mehr gab, doch aus zeittechnischen Gründen wurden diese gestrichen. Dann folgte die Textarbeit: Texte formulieren und zig Mal umschreiben, um sie so verständlich wie möglich zu machen. Dummerweise habe ich festgestellt, dass ich beim Schreiben auch gleichzeitig angefangen habe zu gestalten. Schließlich war der Satzspiegel für die Broschüren schon fertig und wenn die Zeilen mal zu kurz oder zu lang wurden, der Flattersatz nicht so schön flatterte, oder sonst irgendetwas störte, begann ich, die Texte so lange umzuformulieren und zu trimmen, bis es schön aussah. Ich hoffe, dass das Textverständnis dabei nicht gelitten hat. Und zum Schluss kam natürlich die Reinzeichnung und die Produktion.

Gehören neben dem Buch noch andere Medien zu dem Projekt? Im Prinzip besteht mein Projekt ja aus zwei Medien: eine achtseitige Broschüre, die durch einen Schlitzfalz zwischen der dritten und der vierten Seite zu einem Plakat auf der Rückseite ausgefaltet werden kann. Wenn man dieses dann an der Wand befestigt, ist der Schlitz in der Mitte kaum zu sehen. Beide Medien funktionieren nur miteinander. Das Plakat ist die erste Ebene, die neugierig machen oder als Gedächtnisstütze fungieren soll. Die Broschüre ist das tiefergehende Medium, dass viele weite Informationen preisgibt.

Was möchtest du noch hinzufügen? Nur, dass wenn man sich bei einem Projekt für eine Plakat-Schlitzfalz entscheidet, darüber im Klaren sein muss, dass dies sehr viel Arbeit und Einschränkungen in der Produktion bedeutet :) Dieser sogenannte Instant Folder ist bei den meisten Druckereien noch recht unbekannt und nur wenige Buchbinder trauen ihn sich zu, wenn es exakt werden muss. In diesem Projekt habe ich nicht nur gestalterisch, sondern auch produktionstechnisch einiges gelernt. Wenn man genau weiß, wie es geht, klappt es beim nächsten mal besser, denn so ein Instant Folder ist schon eine schicke Sache.

machen Sie! Florian Kronenberg  machen Sie! Florian Kronenberg

Was studierst Du? Ich studiere Design Medien Kommunikation mit dem Schwerpunkt Grafikdesign.

Worum geht es in Deinem Buch? Mein Buch beschäftigt sich mit der Frage, ob es für Anzeigenwerbung bestimmte Regeln gibt, nach denen sich Gestalter richten sollten, um ihre Wirkung zu verbessern.

Wie kamst Du auf die Idee? Ich hatte mich als Vorbereitung für meine Bachelorarbeit sehr intensiv mit dem Thema Werbung auseinandergesetzt und bin im Zuge dieser Recherche auf die Aussagen von David Ogilvy, dem Gründer der Werbeagentur Ogilvy & Mather, gestoßen. Seine Statements aus den 60er und 70er Jahren habe ich als Grundlage genutzt um aktuelle Werbeanzeigen daraufhin zu untersuchen, ob diese Regeln auch heute noch von Gestaltern angewendet werden.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Das Format leitet sich aus einem Durchschnittswert von Magazinformaten ab, ist aber etwas kleiner, damit das Buch einfacher zu handhaben ist. Bei der Schriftwahl habe ich mich für die Excelsior für den Fließtext entschieden. Sie wurde in den 1960er Jahren viel für den Zeitungssatz verwendet, in dieser Zeit gründet Ogilvy auch seine Agentur. In den Überschriften nutzte ich als Kontrast die Super Grotesk. Sie wurde im Jahr 1999 überarbeitet, in diesem Jahr starb David Ogilvy.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Nachdem ich die Aussagen Ogilvys gesammelt hatte, habe ich aktuelle Werbeanzeigen recherchiert und nach Branchen geordnet. Es wurde schnell klar, dass sich Anzeigen zu bestimmten Produkten erschreckend ähnlich sehen. Diese Sammlung wurde der erste Teil des Buches. Um zu prüfen, ob Ogilvys Regeln auch heute noch gültig sind, habe ich einige Anzeigen ausgewählt, die den Regeln entsprechen und zu jeder dieser Anzeigen ein Pendant angefertigt, welches die Regeln bricht. Also Beispielsweise eine Anzeige mit in Versalien gesetzter Headline und eine, deren Headline in gemischter Schreibweise gesetzt ist. Mit diesen Paaren habe ich eine Umfrage durchgeführt, deren Ergebnisse den zweiten Teil des Buches ausmachen.

Angli~can Jan Leismann  Angli~can  Jan Leismann

Was studierst Du? Design Medien Kommunikation, Schwerpunkt Grafikdesign im sechsten Semester. Mein eigener inhaltlicher Interessenschwerpunkt liegt auf dem Wechselspiel von Text und Grafikdesign.

Worum geht es in Deinem Buch? Ziel der digitalen Publikation Angli~can war eine Einschätzung von Anglizismen bezüglich ihrer Wirkung auf die Qualität und Effektivität von Kommunikation, losgelöst von einer persönlichen Identifikation mit dieser Form des Sprachgebrauchs oder dessen Ablehnung.
Ich wollte neutral erarbeiten, was Anglizismen mit einem Lesetext und allgemein mit unserem Leseverhalten anstellen und die Ergebnisse dann schlüssig visualisieren.

Wie kamst Du auf die Idee? Gerade im Bereich des Kommunikationsdesign ist mir aufgefallen, dass beim Beschreiben und Präsentieren eine möglichst abstrakte Sprache zum Einsatz kommt. Vielleicht, um von der Komplexität der Arbeit zu überzeugen oder die eigene Fachkenntnis zu unterstreichen. Nicht unwichtig scheinen dabei die Anglizismen zu sein und so begann ich zu überlegen, ob man sie als eine Art rhetorisches Stilmittel ansehen und unter diesem Aspekt erforschen könnte.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Die Gestaltung der digitalen Publikation ist minimalistisch und informativ. Sie vermittelt über Konturen- und Linienelemente die Möglichkeiten zur Navigation. Die primäre Farbe ist ein, an den Korrekturstift erinnerndes Rot. Zusammen mit der Sekundärfarbe Blau, greift die Gestaltung zudem die UK- und US-Landesfarben auf. Von klassischen Buch- und Satzschriften inspiriert, ist die primäre Schrift eine Mischung aus geschwungener Barock-Antiqua und aufrechter Egyptienne. In Bezug auf den vermeintlichen Zerfall des deutschstämmigen Vokabulars empfand ich den Einsatz einer Barock-Antiqua aufgrund der Anspielung an das barocke Bewusstsein der Vergänglichkeit als äußerst passend.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Die Recherche habe ich zu einem Großteil in die Bibliothek verlagert. Dort habe ich Statistiken zur Schreibweise von Anglizismen erhoben und Literatur gesammelt. Jedoch muss ich hinzufügen, dass auch die Datenbank der Deutschen Nationalbibliothek eine wichtige Station der Recherche war. Ich habe außerdem eigene Umfragen entworfen und begonnen, jedoch ausschließlich zur Thesenprüfung für das Essay verwendet. Das Essay habe ich relativ spät im Arbeitsprozess verfasst, da ich die doch etwas abstrakte Thematik nicht umgehend greifbar beschreiben konnte. Die Rücksprache mit meinen Kommilitonen im Verlauf des Kurses hat mich dann auf die richtigen Fragen gebracht. Der Dummy der digitalen Publikation ist mit der Digital Publishing Suite von InDesign erstellt.
Die Grundidee für das Einbinden von Animationen war, diese im Framework Processing selbst zu programmieren und danach in ein HTML-Dokument einzubinden. Dies funktioniert über dasCanvas-Tag, eine Art Klammer, die es ermöglicht Applets, welche z.B. auf Java oder Processing basieren, für die Bedienung im Browser bereit zu stellen. Das HTML-Dokument wurde dann als Webinhalt in InDesign geladen und als bedienbare Funktion im Adobe Content Viewer angezeigt.

Gehören neben dem Buch noch andere Medien zu dem Projekt? Die interaktiven Animationen innerhalb der digitalen Publikation waren zeitweise als eigenständige Applikationen angedacht, wurden von mir aber als solche letztendlich doch nicht umgesetzt.

Was möchtest du noch hinzufügen? Insgesamt soll das Essay keine wissenschaftlich zitierbare Arbeit sein, sondern vor allem ein Ideen-Konstrukt, zur Überprüfung der gesellschaftlichen Sichtweise auf Anglizismen als Stilmittel innerhalb der Kommunikation.

 

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Vorträge von Rudi Baur, Lukas Weber und Christian Rau.

wir möchten euch ganz herzlich zu den vorträgen von ruedi baur, lukas weber und christian rau am mittwoch, dem 4. juni 2014 um 18h zum thema nation branding einladen.

die vorträge finden in der FH dortmund, FB design, max-ophüls-platz 2 in der aula statt und eröffnen eine vortragsreihe im rahmen der ringvorlesungen (master szenografie und kommunikation) im SS 2014.

wir würden uns freuen wenn ihr die einladung an alle interessierte und studierende weiter geben würdet.

info_ringvorlesungen

Ruedi Baur: bekannter Schweizer Kommunikationsdesigner und Autor; Mit­be­gründer des inter­diszi­plinären Net­zw­erkes Inté­gral Con­cept; Leiter der Ateliers Inté­gral Ruedi Baur in Paris, Zürich und Berlin; seit 1987 Übernahme diverser Lehrauf­gaben; 2007 verlieh ihm die École internationale de Percé den Ehrendoktortitel; Veröffentlichung diverser Publikationen; 2013: Beitrag zum Buch “Don´t brand my public space!” – Kapitel “Die auffällige Abwesenheit der Flagge der Erde”

Lukas Weber und Christian Rau studierten an der FH Mainz Kommunikationsdesign und erarbeiteten gemeinsam ihre mehrfach ausgezeichnete Diplomarbeit „Good People, Great Nation“. Diese Arbeit untersucht die Hintergründe und Motivation des „Nation Branding“ in Form einer visuell journalistischen Auseinandersetzung (http://great-nation.org). Außerdem steuerten sie dem kürzlich erschienenen Buch “Don´t brand my public space!” das Kapitel “Die Zuckerdiktatur” bei.

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Neu im Archiv – Frühjahr 2014 – Fotobücher

Exotische Reiseberichte, ein scheinbar anzügliches Magazin und persönliche Erinnerungen – die Bandbreite der Themen ist groß und zeigt, dass das Fotobuch schier unendliche Möglichkeiten bietet mit Bildern spannende Geschichten zu erzählen. Deshalb, und auch einfach, weil jedes einzelne Buch mit viel Engamenent und Liebe zum Detail gestaltet wurde, freuen wir uns diese Bücher für das buchlabor-Archiv gewonnen zu haben:

Genise  Genise Jannike Stelling

Was studiertst Du?  Fotografie.

Wie kamst Du auf die Idee zu GeniseDazu gibt es zwei unterschiedliche Versionen. Die erste ist, dass ich eines Nachmittags aus 60er Jahre Zeitschriften Frauen ausschnitt und daraus Collagen bastelte, sowie die zweite und »offizielle« Version, dass eine 14-jährige Bekannte mir Stories über ein Phänomen der Jugendkultur names »sexting« erzählte. Das beutet Jugendliche schicken sich per Textnachricht Nackt-Selfies und ähnliches erotisches Material. Daraufhin sah ich mir alles an was ich zu dem Thema finden konnte – angefangen von Aufklärungsvideos der 1960er Jahre bis hin zum neusten Musikviedo von Mylie Cyrus.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Aufgrund meiner Recherche habe ich zunächst eine Liste mit allen Begriffen erstellt, die mir zum Thema Sex und Jugendkultur einfielen. Aus diesem habe  ich dann foto- und typografische Collagen generiert. Äußerlich sollte das Buch aussehen wie eines dieser gängigen Klatschmagazin für Jugendliche. Bei der grafischen Ausarbeitung habe ich mir von Kommilitonen des Fachs Kommunikationsdesign helfen lassen. Unser Ziel war das Magazin so ironisch und überspitzt wie nur möglich zu gestalten, fast schon surrealistisch.

Gehören neben dem Buch noch andere Medien zu dem Projekt? Ja, ich habe noch einen ironischen Pornofilm gedreht. Dieser hat die selbe Ästhetik wie das Buch.

Was möchtest Du noch hinzufügen? Meine Eltern hatten keinen Fernseher bis ich 16 war.

Elisabeth3  Elisabeth Daniel Rupp

Was studiertst Du? Fotografie.

Worum geht es in ElisabethIn dem Buch geht es um ein Haus, in welchem bis vor ungefähr sieben Jahren eine nun verstrobene Frau gewohnt hat. Das Haus wurde vererbet, doch noch nicht renoviert, sodass dort noch viele persönliche Gegenständer der alten Dame zu finden sind.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Das Buch besteht aus drei Kapiteln, welche allerdings nicht gebündelt sind, sondern sich im Verlaufe des Buches abwechseln. Quadratische Bilder zeigen den Verfall des Hauses. Einen weiteren Teil der Arbeit bilden Fotografien von Dia-Kästen. Diese enthalten persönliche Reiseaufnahmen der ehemaligen Bewohnerin. Außerdem gibt es noch Fotos von Briefen und Postkarten, welche ich im Haus fand. Die drei Teile wurden auf unterschiedlichem Papier gedruckt, um neben dem optischen, einen haptischen Unterschied zu erzeugen. Der Betrachter soll den Eindruck haben selber durch das Haus zu gehen und die Dinge darin zu entdecken. Durch die gesammelten Fragmente erhält er einen Eindruck vom Leben Elisabeths und lernt diese ein Stück weit kennen. Auf dem Cover sieht man eine dieser Postkarten. Der Titel ist durch die Blindprägung nur schwer zu erkennen, was das Verschwinden von Menschen nach dem Tod illustrieren soll. Der Einband ist mit einem Stoff bezogen, welcher die nostalgische Ästhetik eines alten Chouchbezuges hat.

Kanntest Du die Bewohnerin? Nein, nur Nachbarn die sich um das Haus kümmern.

Was möchtest du noch hinzufügen? Das Projekt war eine Teamarbeit mit Melanie Helmstetter.

arizona  Arizona Manuela Dörr

Was studierst Du? Fotografie

Worum geht es in Deinem Buch? Arizona ist mit seinen 295.254 m2 Fläche einer der größten Staaten der USA, in dem fast 6,5 Millionen Einwohner leben. Die höchste Bevölkerungsdichte weist die im Süden liegende Hauptstadt Phoenix und ihre Umgebung auf. Hier begann und endete unsere Reise, die uns über Sedona, Flagstaff und die Route 66 in den Norden zum Grand Canyon führte. Meine Erlebnisse auf dieser Reise habe ich in einem Buch mit farbigen Fotografien im dokumentarischen Stil zusammengefasst.

Wie kamst Du auf die Idee? Ich habe meinen jüngeren Bruder, der gerade eine Ausbildung zum Piloten bei der Lufthansa absolviert, in Arizona besucht. Zusammen mit meinem älteren Bruder erkundete ich den Bundesstaat, die Kamera immer griffbereit. Nach nur fünf Stunden Autofahrt quer durch Arizona trafen wir dabei auf extrem veränderte Witterungsbedingungen. Herrschte im Süden für europäische Verhältnisse sommerliche 25 Grad Celsius, so fanden wir im 2.100 m hoch gelegenen Flagstaff Schneegestöber und Minusgrade vor. Dieses beeindruckende Naturphänomen, welches uns sehr überraschte, habe ich zum Leitfaden meines Buches ausgewählt.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Die Fotos entstanden mit einer digitalen Canon EOS 5D Mark II mit Vollformatsensor und einer 50 mm Normalbrennweite, sowie einer 28 mm Festbrennweite. Hierbei kam die kürzere Brennweite hauptsächlich zum Einsatz, um eine weitwinklige Perspektive zu erhalten und mehr Raum auf dem Bild zu gewinnen. Alle Fotografien erfolgten ohne Stativ aus der Hand, um einen Ausschnitt möglichst flexibel und schnell wählen zu können. Phoenix fotografierte ich aus Augenhöhe, aus der Sicht eines Passanten. Die Motive rücken die wesentlichen Objekte und somit Linienführung und Farben der Architektur in der Vordergrund.

Auf diese Art und Weise habe ich auch die menschenleere und künstliche Atmosphäre eingefangen, welche ich besonders zu Beginn meiner Reise, trotz strahlender Sonne und bunter Farben, als sehr bedrückend fand. Aus diesem Grund habe ich auch fast komplett darauf verzichtet, Menschen im Buch zu zeigen. Vereinzelt finden sich Autos auf den Straßen oder Menschen in Rückenansicht. Man fragt sich, was sich hinter dem großen Tor oder einer sterilen Mauer befindet und genauso fühlt man sich, wenn man durch Phoenix reist. Man erhält keinen Einblick in die Privatsphäre der Bürger und bleibt außen vor.

Im zweiten Teil des Buches befinden sich Fotografien vom Grand Canyon und der zwischen Phoenix und dem Grand Canyon liegenden Stadt Sedona. Die Fotografien der überwiegend naturbelassenen Orte sind stark entsättigt. Dies ergibt sich aus den Wolkenbergen und Schneeverwehungen, welche die Abgründe mystisch und unberechenbar wirken lassen und hinter bereichsweiser Unschärfe verstecken. Auf einigen Bildern lässt sich die Weite und Tiefe des Canyons erahnen. Beim Fotografieren war ich besonders fasziniert von diesem Phänomen und habe meine Bildausschnitte so gewählt, dass sie dies besonders gut einfangen.

Der visuelle Bruch zwischen den beiden Szenerien wird durch Bilder verstärkt, die das Element Wasser illustrieren. Zunächst flüssig im Pool in Phoenix und auf den nächsten Fotos gefroren auf den Bäumen am Grand Canyon.

Für das Buch habe ich ein kleines Format gewählt, da es handlicher und übersichtlicher ist. Man muss näher ran gehen und tief eintauchen, wenn man die Bilder auf sich wirken lassen möchte. Zudem passt es in jede Tasche und taugt dadurch auch unterwegs für Reisevorbereitungen. Des Weiteren habe ich viel Weißraum in Form von leeren Seiten eingebaut, um dem Betrachter die Zeit zu geben, jedes Bild einzeln auf sich wirken zu lassen und nachzudenken.

Das Cover des Buches trägt vollformatig ein horizontal ausgerichtetes Bild, welches genau zwischen dem Grand Canyon und Phoenix aufgenommen wurde. Im unteren Bereich des Fotos ist eine Steppe zu sehen. Auf den ersten Blick erkennt man nicht, ob es sich um eine Sandwüste oder um Schnee handelt. Die oberen zwei Drittel des Bildes zeigen blauen Himmel, welcher allerdings teilweise von Wolken bedeckt wird. Folglich befindet sich in diesen Bildern der Übergang vom sonnigen Phoenix zum verschneiten Grand Canyon. Auf der ersten Seite im Buch findet man eine Weltkarte mit der markierten Position Arizonas und eine Landkarte des Bundesstaates. Auf der Karte sind die größten Flüsse, darunter auch der durch den Grand Canyon fließende Colorado River, und die von mir bereisten Städte aufgeführt. Die Karte ist „Arizona-rotbraun“ gefärbt, so wie die Erde des Landes. Am Ende des Buches befindet sich der Epilog, welcher kurz auf die Demografie und Geografie von Arizona eingeht und damit die Frage um den Schnee im Sonnenstaat auflöst. Auf der letzten Seite befindet sich das Impressum.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Anhand meines Buchkonzeptes traf ich die Auswahl der Fotografien, aus welcher sich wiederum die Dramaturgie und Struktur des Fotobuches ergab. Danach habe ich die Texte geschrieben und die Fotos für den Druck aufbereitet. Nach der letzten Korrektur im Kurs, habe ich eine erste gebundene Version des Buches bestellt.

Gehören neben dem Buch noch andere Medien zu dem Projekt? Ja, ich habe den Druck über eine Crowdfundingkampagne  finanziert. So konnte ich auch Visitenkarten und Postkarten drucken lassen.

 

angarsk71_2  Angarsk 71 Ilona Schmidt

Was studierst Du? Ich studiere im 6. Semester »Design Medien Kommunikation« mit dem Schwerpunkt Grafikdesign. Das Buch habe ich im 5. Semester gestaltet.

Worum geht es in Deinem Buch? In meinem Buch geht es um junge Soldaten und ihre gemeinsame Zeit. Es ist eine Sammlung von Portraits junger, sowjetischer Männer aus den 1970er Jahren, die gemeinsam ihren Wehrdienst leisteten. Jedoch ist es kein Buch über Krieg, oder über Militärmacht, sondern vielmehr über die Abwesenheit von Krieg und Gewalt und über Freundschaften, die in dieser Zeit entstanden sind. Man sieht die Soldaten hauptsächlich nebeneinander posieren, in ihrer freien Zeit während des Dienstes. Die Bilder schenkten sie sich gegenseitig als Erinnerung.

Wie kamst Du auf die Idee? Die Fotos, die ich für das Buch verwendet habe, stammen alle aus dem privaten Besitz meines Vaters. Es sind Bilder, die während seiner Militärzeit Anfang der 70er Jahre in Russland von ihm und seinen Kameraden entstanden sind. Zu der Zeit waren Farbfilme in Russland nicht üblich, deshalb wirken die Fotos älter als sie sind. Aber genau das fasziniert mich so sehr daran. Ich habe schon oft die Fotoalben meiner Eltern durchgestöbert und war begeistert von den alten schwarz-weiß Aufnahmen. Sie sind nicht perfekt und und haben mittlerweile auch Kratzer, aber das macht gerade ihren Charme aus. Ich wollte die Bilder schon seit Beginn des Studium irgendwie in ein Projekt einbinden und hatte dann bei dem Workshop mit Jeroen Kummer endlich die Möglichkeit dazu.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Die Gestaltung ist sehr reduziert, damit der Fokus auf den Bildern selbst bleibt. So gibt es anfangs lediglich eine kurze zweisprachige Textebene (Deutsch und Russisch) als Einleitung und danach folgen nur noch die Fotos. Hierbei gibt es verschiedene Ebenen: Zum einen dominiert immer die Paarbildung von einem Einzelportrait und einem Gruppenbild von mindestens zwei Soldaten, gefolgt von vereinzelten Fotografien, die alleine auf einer Doppelseite stehen. Diese Bilder sind grundsätzlich nicht beschnitten. Einige wenige Fotografien füllen jeweils eine komplette Doppelseite, so dass man die Möglichkeit hat, Details besser zu erkennen. Auch die Alterungszeichen kommen dabei viel stärker zur Geltung. Diese Seiten durchbrechen die sonst recht einheitliche Platzierung der Bilder.  Zum Ende des Buches hin tauchen auch immer öfter gelbe, fleckige Rückseiten der Fotos statt der Vorderseiten auf. Sie stehen symbolisch für das Fortschreiten der Zeit, für den Alterungsprozess aber auch für die beginnenden Lücken der Erinnerung. Manchmal wissen wir noch grob, dass es eine Begegnung oder eine Person gab, können uns aber nicht mehr an Details erinnern. Diese schwindenden Erinnerungen nehmen im Buch immer weiter zu beenden die Erzählung auch.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Als Erstes habe ich mit der Auswahl der Bilder begonnen. Obwohl ich fast alle Bilder benutzen konnte, musste ich mich doch von einigen liebgewonnenen Stücken trennen, da sie nicht ins Konzept passen. Die Gestaltung für das Buch hatte ich recht schnell gefunden und gemeinsam mit Jeroen Kummer wurden dann Feinheiten ausgearbeitet oder einige Dinge optimiert. Das Buch war innerhalb des Workshops von 3 Tagen auch so gut wie fertig, danach folgte im Grunde nur noch die Reinzeichnung und die Textebene.

Was möchtest du noch hinzufügen? Diese private Sammlung ist wie ein kleiner Schatz an wertvollen Erinnerungen. Jedes Foto wurde mit Bedacht geschossen. Etwas, was im Zeitalter der digitalen Fotografie leider verloren gegangen ist.

 

fatinha maravilha  fatinha maravilha  Jann Höfer

Was studierst Du? Fotografie, BA

Worum geht es in Deinem Buch? Allgemein gesehen, bekommt man einen intimen Einblick in Alltag, Familie und Lebensgefühl einer jungen Mutter. Sie lebt in einer urbanisierten Favela in Brasilien, Fortaleza, die auf dem Weg zum Viertel der unteren Mittelschicht ist.

Wie kamst Du auf die Idee? Vor dem Beginn des Studiums habe ich fünf Monate in einer Kinderübermittagsbetreuung in Maravilha gearbeitet. Dort habe ich Fatinha kennengelernt, die als Betreuerin arbeitete und unter anderem eine Foto AG leitete. Ihre positive Lebenseinstellung hat mir imponiert und mich dazu bewegt sie zweieinhalb Jahre später erneut zu besuchen und ihren Alltag fotografisch zu begleiten.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Ich habe Fatinha zwei Wochen lang jeden Tag begleitet. Diese zwei Wochen stehen exemplarisch für die restlichen Wochen in ihrem Leben, weshalb es sich nicht um eine abgeschlossene Geschichte mit Anfang und Ende handelt. Das habe ich versucht in das Layout des Buches zu übernehmen und durch sequenzielle Bildabfolge und Überläufe auf die nächste Seite den Leser in einen Fluss aufzunehmen. Das Buchformat bleibt relativ klein um den intimen Einblick in ihr Leben zu unterstützen. Außerdem zitiere ich ein ehemaliges Massenmedium der brasilianischen Kultur („Cordel“ / deut. Kordel) indem ich die Texteben in ein kleines kopiertes Heftchen ausgliederte. Solche Heftchen wurden früher mit Inhalten von Politik bis Satire an den Straßenecken, an einer Kordel hängend verkauft.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Es hat lange gedauert bis ich eine sinnvolle Abfolge der Bilder gefunden hatte. Das Layout wurde Schritt für Schritt, durch viel freies Ausprobieren erstellt. Die Abfolge der Bilder wurde im Layout häufig durcheinander gebracht, um später einen Lesefluss ohne Anfang und Ende zu bekommen, der trotzdem funktioniert. Format und der Verzicht auf ein standartgemäßes Cover waren schnell Entschieden. Wichtig war mir, dass die Herstellung (Druck und Bindung) des Buches von mir selbst erledigt werden kann um Produktionskosten zu sparen.

 

Namaste Nepal  Namaste Nepal Marcel Haupt

Was studierst Du? Momentan studiere ich Fotografie im 6. Semester.

Worum geht es in Deinem Buch? In meinem Buch geht es um einen der wichtigsten Wirtschaftszweige Nepals, das Trekking und Hiking. Jährlich kommen tausende Touristen nach Nepal um das Mount Everest Basecampe und andere Routen zu laufen.

In meinem Fall war es die Annapurna-Runde, welche mich sehr faszinierte. Ich trat die Reise mit dem Ziel an neue Erfahrungen zu machen – neue Landschaften, aber auch die Art von Mensch kennenzulernen, den man beim Anstieg der Höhe trifft. Besonders interessierten mich auch die Sherpa, welche einen den kompletten Weg über begleiten. Meinen Ursprungsplan ein klassisches Buch mit Texten und vielen Portraits zu gestalten, verwarf ich während meiner Reise, denn diese gestaltete sich anders als gedacht. Meist war ich unterwegs. Mir blieb in den Orten und Übernachtungstätten nicht viel Zeit zum Verweilen, sodass ich nicht viele Möglichkeiten hatte mich ausgiebig mit den Menschen auseinanderzusetzten. Außerdem behinderte mich die Tatsache, dass es bereits um 16, 17 Uhr so dunkel wurde. Die Umstände trieben mich dazu aus der Not eine Tugend zu machen. Daher wählte ich zuletzt die Zeitung als günstig reproduzierbares Medium, in welcher ich eine Art »Reisebericht« erstellte.

Wie kamst Du auf die Idee? Zurück in Deutschland war ich zunächst unzufrieden mit meinen Bildern. Außerdem hatte ich in Nepal nichts so vorgefunden, wie ich es aufgrund meiner Recherchen erwartet hätte. Das war deprimierend, aber auf der anderen Seite auch eine dieser Chancen, das Beste aus den Gegebenheiten herauszuholen. Also habe ich mich hingesetzt, viel nachgedacht, alles verworfen, und durch einen Zufall im Zug mit meinem Partner Jann Höfer sind wir auf einen Ansatz gestoßen, wo wir beide gesagt haben: »Okay das wird eine sehr schwere Sache, es erfordert viel Zeit, extreme Disziplin und vor allem das „killen deiner Darlings“, da diese vielleicht hinterher nicht in die Bildabfolge passen, aber es kann sich lohnen.«

Die Bildauswahl hat mich tatsächlich wochenlang beschäftigt. Zusätzlich habe ich eine digitale Plattform geschaffen, welche die Geschichten hinter den Bilder auflöst, da ich innerhalb der Zeitung fast komplett auf Text verzichte. Diese besteht aus einer Karte, welche meine Route nach Tagen aufschlüsselt. An den jeweiligen Aufnahmeorten sind die Bilder vermerkt und zu jedem Bild gibt es Insiderinformationen und Reisetipps. Auch die Einleitung der Zeitung, eine Aneinanderreihung von Bergriffen, löst sich erst auf der Webseite. Das Schöne ist, dass das Ganze erweiterbar und in andere Medien einbindbar ist.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Eigentlich basiert meine Gestaltung auf dem sogenannten »visual alignment«. Ich habe mit der Kombination vorhandener Bildern neue geschaffen und so meine Geschichten erzählt. Insgesamt war es für mich schwierig eine inhaltliche Abfolge zu finden, welche meine Reise darstellt.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Ich hatte ein Medium, welches ich definitiv nutzen wollte: die Zeitung. Auf die neue Gestaltungsidee war ich, wie schon oben beschrieben, durch einen Zufall gestoßen. Woche für Woche habe ich neue Vorschläge für Seitengestaltung gemacht. Das Schwierige war abstrakte Abfolgen und »alignments« aus mehrere Bildern zu bauen. Nachdem es dann eine fertige Reihenfolge und Abfolge gab, ging es an die Aufarbeitung der Bilder, was bekanntlich auch nochmal eine Herausforderung ist, da ich auf Zeitungspapier habe drucken lassen. Aber alles ist zum Glück reibungslos vonstatten gegangen.

Gehören neben dem Buch noch andere Medien zu dem Projekt? Eine digitale Plattform, die man nur durch einen QR-Code aus dem Buch erreichen kann. Diese ist auch auf meiner Webseite verlinkt. Auf dieser Plattform gibt es eine Auflösung der Bilder aus der Zeitung.

Was möchtest du noch hinzufügen? Das es ein anstrengender Kampf gewesen ist, aber es super war. Vor allem die Zusammenarbeit mit den Leuten im Kurs war herausragend und sehr sehr hilfreich für das eigene Arbeiten. Die große Bandbreite der Ergebnisse ist erstaunlich und alle Arbeiten sind absoluter Wahnsinn.

 

 

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