Neu im Archiv – Frühjahr 2014 – Fotobücher

Exotische Reiseberichte, ein scheinbar anzügliches Magazin und persönliche Erinnerungen – die Bandbreite der Themen ist groß und zeigt, dass das Fotobuch schier unendliche Möglichkeiten bietet mit Bildern spannende Geschichten zu erzählen. Deshalb, und auch einfach, weil jedes einzelne Buch mit viel Engamenent und Liebe zum Detail gestaltet wurde, freuen wir uns diese Bücher für das buchlabor-Archiv gewonnen zu haben:

Genise  Genise Jannike Stelling

Was studiertst Du?  Fotografie.

Wie kamst Du auf die Idee zu GeniseDazu gibt es zwei unterschiedliche Versionen. Die erste ist, dass ich eines Nachmittags aus 60er Jahre Zeitschriften Frauen ausschnitt und daraus Collagen bastelte, sowie die zweite und »offizielle« Version, dass eine 14-jährige Bekannte mir Stories über ein Phänomen der Jugendkultur names »sexting« erzählte. Das beutet Jugendliche schicken sich per Textnachricht Nackt-Selfies und ähnliches erotisches Material. Daraufhin sah ich mir alles an was ich zu dem Thema finden konnte – angefangen von Aufklärungsvideos der 1960er Jahre bis hin zum neusten Musikviedo von Mylie Cyrus.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Aufgrund meiner Recherche habe ich zunächst eine Liste mit allen Begriffen erstellt, die mir zum Thema Sex und Jugendkultur einfielen. Aus diesem habe  ich dann foto- und typografische Collagen generiert. Äußerlich sollte das Buch aussehen wie eines dieser gängigen Klatschmagazin für Jugendliche. Bei der grafischen Ausarbeitung habe ich mir von Kommilitonen des Fachs Kommunikationsdesign helfen lassen. Unser Ziel war das Magazin so ironisch und überspitzt wie nur möglich zu gestalten, fast schon surrealistisch.

Gehören neben dem Buch noch andere Medien zu dem Projekt? Ja, ich habe noch einen ironischen Pornofilm gedreht. Dieser hat die selbe Ästhetik wie das Buch.

Was möchtest Du noch hinzufügen? Meine Eltern hatten keinen Fernseher bis ich 16 war.

Elisabeth3  Elisabeth Daniel Rupp

Was studiertst Du? Fotografie.

Worum geht es in ElisabethIn dem Buch geht es um ein Haus, in welchem bis vor ungefähr sieben Jahren eine nun verstrobene Frau gewohnt hat. Das Haus wurde vererbet, doch noch nicht renoviert, sodass dort noch viele persönliche Gegenständer der alten Dame zu finden sind.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Das Buch besteht aus drei Kapiteln, welche allerdings nicht gebündelt sind, sondern sich im Verlaufe des Buches abwechseln. Quadratische Bilder zeigen den Verfall des Hauses. Einen weiteren Teil der Arbeit bilden Fotografien von Dia-Kästen. Diese enthalten persönliche Reiseaufnahmen der ehemaligen Bewohnerin. Außerdem gibt es noch Fotos von Briefen und Postkarten, welche ich im Haus fand. Die drei Teile wurden auf unterschiedlichem Papier gedruckt, um neben dem optischen, einen haptischen Unterschied zu erzeugen. Der Betrachter soll den Eindruck haben selber durch das Haus zu gehen und die Dinge darin zu entdecken. Durch die gesammelten Fragmente erhält er einen Eindruck vom Leben Elisabeths und lernt diese ein Stück weit kennen. Auf dem Cover sieht man eine dieser Postkarten. Der Titel ist durch die Blindprägung nur schwer zu erkennen, was das Verschwinden von Menschen nach dem Tod illustrieren soll. Der Einband ist mit einem Stoff bezogen, welcher die nostalgische Ästhetik eines alten Chouchbezuges hat.

Kanntest Du die Bewohnerin? Nein, nur Nachbarn die sich um das Haus kümmern.

Was möchtest du noch hinzufügen? Das Projekt war eine Teamarbeit mit Melanie Helmstetter.

arizona  Arizona Manuela Dörr

Was studierst Du? Fotografie

Worum geht es in Deinem Buch? Arizona ist mit seinen 295.254 m2 Fläche einer der größten Staaten der USA, in dem fast 6,5 Millionen Einwohner leben. Die höchste Bevölkerungsdichte weist die im Süden liegende Hauptstadt Phoenix und ihre Umgebung auf. Hier begann und endete unsere Reise, die uns über Sedona, Flagstaff und die Route 66 in den Norden zum Grand Canyon führte. Meine Erlebnisse auf dieser Reise habe ich in einem Buch mit farbigen Fotografien im dokumentarischen Stil zusammengefasst.

Wie kamst Du auf die Idee? Ich habe meinen jüngeren Bruder, der gerade eine Ausbildung zum Piloten bei der Lufthansa absolviert, in Arizona besucht. Zusammen mit meinem älteren Bruder erkundete ich den Bundesstaat, die Kamera immer griffbereit. Nach nur fünf Stunden Autofahrt quer durch Arizona trafen wir dabei auf extrem veränderte Witterungsbedingungen. Herrschte im Süden für europäische Verhältnisse sommerliche 25 Grad Celsius, so fanden wir im 2.100 m hoch gelegenen Flagstaff Schneegestöber und Minusgrade vor. Dieses beeindruckende Naturphänomen, welches uns sehr überraschte, habe ich zum Leitfaden meines Buches ausgewählt.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Die Fotos entstanden mit einer digitalen Canon EOS 5D Mark II mit Vollformatsensor und einer 50 mm Normalbrennweite, sowie einer 28 mm Festbrennweite. Hierbei kam die kürzere Brennweite hauptsächlich zum Einsatz, um eine weitwinklige Perspektive zu erhalten und mehr Raum auf dem Bild zu gewinnen. Alle Fotografien erfolgten ohne Stativ aus der Hand, um einen Ausschnitt möglichst flexibel und schnell wählen zu können. Phoenix fotografierte ich aus Augenhöhe, aus der Sicht eines Passanten. Die Motive rücken die wesentlichen Objekte und somit Linienführung und Farben der Architektur in der Vordergrund.

Auf diese Art und Weise habe ich auch die menschenleere und künstliche Atmosphäre eingefangen, welche ich besonders zu Beginn meiner Reise, trotz strahlender Sonne und bunter Farben, als sehr bedrückend fand. Aus diesem Grund habe ich auch fast komplett darauf verzichtet, Menschen im Buch zu zeigen. Vereinzelt finden sich Autos auf den Straßen oder Menschen in Rückenansicht. Man fragt sich, was sich hinter dem großen Tor oder einer sterilen Mauer befindet und genauso fühlt man sich, wenn man durch Phoenix reist. Man erhält keinen Einblick in die Privatsphäre der Bürger und bleibt außen vor.

Im zweiten Teil des Buches befinden sich Fotografien vom Grand Canyon und der zwischen Phoenix und dem Grand Canyon liegenden Stadt Sedona. Die Fotografien der überwiegend naturbelassenen Orte sind stark entsättigt. Dies ergibt sich aus den Wolkenbergen und Schneeverwehungen, welche die Abgründe mystisch und unberechenbar wirken lassen und hinter bereichsweiser Unschärfe verstecken. Auf einigen Bildern lässt sich die Weite und Tiefe des Canyons erahnen. Beim Fotografieren war ich besonders fasziniert von diesem Phänomen und habe meine Bildausschnitte so gewählt, dass sie dies besonders gut einfangen.

Der visuelle Bruch zwischen den beiden Szenerien wird durch Bilder verstärkt, die das Element Wasser illustrieren. Zunächst flüssig im Pool in Phoenix und auf den nächsten Fotos gefroren auf den Bäumen am Grand Canyon.

Für das Buch habe ich ein kleines Format gewählt, da es handlicher und übersichtlicher ist. Man muss näher ran gehen und tief eintauchen, wenn man die Bilder auf sich wirken lassen möchte. Zudem passt es in jede Tasche und taugt dadurch auch unterwegs für Reisevorbereitungen. Des Weiteren habe ich viel Weißraum in Form von leeren Seiten eingebaut, um dem Betrachter die Zeit zu geben, jedes Bild einzeln auf sich wirken zu lassen und nachzudenken.

Das Cover des Buches trägt vollformatig ein horizontal ausgerichtetes Bild, welches genau zwischen dem Grand Canyon und Phoenix aufgenommen wurde. Im unteren Bereich des Fotos ist eine Steppe zu sehen. Auf den ersten Blick erkennt man nicht, ob es sich um eine Sandwüste oder um Schnee handelt. Die oberen zwei Drittel des Bildes zeigen blauen Himmel, welcher allerdings teilweise von Wolken bedeckt wird. Folglich befindet sich in diesen Bildern der Übergang vom sonnigen Phoenix zum verschneiten Grand Canyon. Auf der ersten Seite im Buch findet man eine Weltkarte mit der markierten Position Arizonas und eine Landkarte des Bundesstaates. Auf der Karte sind die größten Flüsse, darunter auch der durch den Grand Canyon fließende Colorado River, und die von mir bereisten Städte aufgeführt. Die Karte ist „Arizona-rotbraun“ gefärbt, so wie die Erde des Landes. Am Ende des Buches befindet sich der Epilog, welcher kurz auf die Demografie und Geografie von Arizona eingeht und damit die Frage um den Schnee im Sonnenstaat auflöst. Auf der letzten Seite befindet sich das Impressum.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Anhand meines Buchkonzeptes traf ich die Auswahl der Fotografien, aus welcher sich wiederum die Dramaturgie und Struktur des Fotobuches ergab. Danach habe ich die Texte geschrieben und die Fotos für den Druck aufbereitet. Nach der letzten Korrektur im Kurs, habe ich eine erste gebundene Version des Buches bestellt.

Gehören neben dem Buch noch andere Medien zu dem Projekt? Ja, ich habe den Druck über eine Crowdfundingkampagne  finanziert. So konnte ich auch Visitenkarten und Postkarten drucken lassen.

 

angarsk71_2  Angarsk 71 Ilona Schmidt

Was studierst Du? Ich studiere im 6. Semester »Design Medien Kommunikation« mit dem Schwerpunkt Grafikdesign. Das Buch habe ich im 5. Semester gestaltet.

Worum geht es in Deinem Buch? In meinem Buch geht es um junge Soldaten und ihre gemeinsame Zeit. Es ist eine Sammlung von Portraits junger, sowjetischer Männer aus den 1970er Jahren, die gemeinsam ihren Wehrdienst leisteten. Jedoch ist es kein Buch über Krieg, oder über Militärmacht, sondern vielmehr über die Abwesenheit von Krieg und Gewalt und über Freundschaften, die in dieser Zeit entstanden sind. Man sieht die Soldaten hauptsächlich nebeneinander posieren, in ihrer freien Zeit während des Dienstes. Die Bilder schenkten sie sich gegenseitig als Erinnerung.

Wie kamst Du auf die Idee? Die Fotos, die ich für das Buch verwendet habe, stammen alle aus dem privaten Besitz meines Vaters. Es sind Bilder, die während seiner Militärzeit Anfang der 70er Jahre in Russland von ihm und seinen Kameraden entstanden sind. Zu der Zeit waren Farbfilme in Russland nicht üblich, deshalb wirken die Fotos älter als sie sind. Aber genau das fasziniert mich so sehr daran. Ich habe schon oft die Fotoalben meiner Eltern durchgestöbert und war begeistert von den alten schwarz-weiß Aufnahmen. Sie sind nicht perfekt und und haben mittlerweile auch Kratzer, aber das macht gerade ihren Charme aus. Ich wollte die Bilder schon seit Beginn des Studium irgendwie in ein Projekt einbinden und hatte dann bei dem Workshop mit Jeroen Kummer endlich die Möglichkeit dazu.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Die Gestaltung ist sehr reduziert, damit der Fokus auf den Bildern selbst bleibt. So gibt es anfangs lediglich eine kurze zweisprachige Textebene (Deutsch und Russisch) als Einleitung und danach folgen nur noch die Fotos. Hierbei gibt es verschiedene Ebenen: Zum einen dominiert immer die Paarbildung von einem Einzelportrait und einem Gruppenbild von mindestens zwei Soldaten, gefolgt von vereinzelten Fotografien, die alleine auf einer Doppelseite stehen. Diese Bilder sind grundsätzlich nicht beschnitten. Einige wenige Fotografien füllen jeweils eine komplette Doppelseite, so dass man die Möglichkeit hat, Details besser zu erkennen. Auch die Alterungszeichen kommen dabei viel stärker zur Geltung. Diese Seiten durchbrechen die sonst recht einheitliche Platzierung der Bilder.  Zum Ende des Buches hin tauchen auch immer öfter gelbe, fleckige Rückseiten der Fotos statt der Vorderseiten auf. Sie stehen symbolisch für das Fortschreiten der Zeit, für den Alterungsprozess aber auch für die beginnenden Lücken der Erinnerung. Manchmal wissen wir noch grob, dass es eine Begegnung oder eine Person gab, können uns aber nicht mehr an Details erinnern. Diese schwindenden Erinnerungen nehmen im Buch immer weiter zu beenden die Erzählung auch.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Als Erstes habe ich mit der Auswahl der Bilder begonnen. Obwohl ich fast alle Bilder benutzen konnte, musste ich mich doch von einigen liebgewonnenen Stücken trennen, da sie nicht ins Konzept passen. Die Gestaltung für das Buch hatte ich recht schnell gefunden und gemeinsam mit Jeroen Kummer wurden dann Feinheiten ausgearbeitet oder einige Dinge optimiert. Das Buch war innerhalb des Workshops von 3 Tagen auch so gut wie fertig, danach folgte im Grunde nur noch die Reinzeichnung und die Textebene.

Was möchtest du noch hinzufügen? Diese private Sammlung ist wie ein kleiner Schatz an wertvollen Erinnerungen. Jedes Foto wurde mit Bedacht geschossen. Etwas, was im Zeitalter der digitalen Fotografie leider verloren gegangen ist.

 

fatinha maravilha  fatinha maravilha  Jann Höfer

Was studierst Du? Fotografie, BA

Worum geht es in Deinem Buch? Allgemein gesehen, bekommt man einen intimen Einblick in Alltag, Familie und Lebensgefühl einer jungen Mutter. Sie lebt in einer urbanisierten Favela in Brasilien, Fortaleza, die auf dem Weg zum Viertel der unteren Mittelschicht ist.

Wie kamst Du auf die Idee? Vor dem Beginn des Studiums habe ich fünf Monate in einer Kinderübermittagsbetreuung in Maravilha gearbeitet. Dort habe ich Fatinha kennengelernt, die als Betreuerin arbeitete und unter anderem eine Foto AG leitete. Ihre positive Lebenseinstellung hat mir imponiert und mich dazu bewegt sie zweieinhalb Jahre später erneut zu besuchen und ihren Alltag fotografisch zu begleiten.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Ich habe Fatinha zwei Wochen lang jeden Tag begleitet. Diese zwei Wochen stehen exemplarisch für die restlichen Wochen in ihrem Leben, weshalb es sich nicht um eine abgeschlossene Geschichte mit Anfang und Ende handelt. Das habe ich versucht in das Layout des Buches zu übernehmen und durch sequenzielle Bildabfolge und Überläufe auf die nächste Seite den Leser in einen Fluss aufzunehmen. Das Buchformat bleibt relativ klein um den intimen Einblick in ihr Leben zu unterstützen. Außerdem zitiere ich ein ehemaliges Massenmedium der brasilianischen Kultur („Cordel“ / deut. Kordel) indem ich die Texteben in ein kleines kopiertes Heftchen ausgliederte. Solche Heftchen wurden früher mit Inhalten von Politik bis Satire an den Straßenecken, an einer Kordel hängend verkauft.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Es hat lange gedauert bis ich eine sinnvolle Abfolge der Bilder gefunden hatte. Das Layout wurde Schritt für Schritt, durch viel freies Ausprobieren erstellt. Die Abfolge der Bilder wurde im Layout häufig durcheinander gebracht, um später einen Lesefluss ohne Anfang und Ende zu bekommen, der trotzdem funktioniert. Format und der Verzicht auf ein standartgemäßes Cover waren schnell Entschieden. Wichtig war mir, dass die Herstellung (Druck und Bindung) des Buches von mir selbst erledigt werden kann um Produktionskosten zu sparen.

 

Namaste Nepal  Namaste Nepal Marcel Haupt

Was studierst Du? Momentan studiere ich Fotografie im 6. Semester.

Worum geht es in Deinem Buch? In meinem Buch geht es um einen der wichtigsten Wirtschaftszweige Nepals, das Trekking und Hiking. Jährlich kommen tausende Touristen nach Nepal um das Mount Everest Basecampe und andere Routen zu laufen.

In meinem Fall war es die Annapurna-Runde, welche mich sehr faszinierte. Ich trat die Reise mit dem Ziel an neue Erfahrungen zu machen – neue Landschaften, aber auch die Art von Mensch kennenzulernen, den man beim Anstieg der Höhe trifft. Besonders interessierten mich auch die Sherpa, welche einen den kompletten Weg über begleiten. Meinen Ursprungsplan ein klassisches Buch mit Texten und vielen Portraits zu gestalten, verwarf ich während meiner Reise, denn diese gestaltete sich anders als gedacht. Meist war ich unterwegs. Mir blieb in den Orten und Übernachtungstätten nicht viel Zeit zum Verweilen, sodass ich nicht viele Möglichkeiten hatte mich ausgiebig mit den Menschen auseinanderzusetzten. Außerdem behinderte mich die Tatsache, dass es bereits um 16, 17 Uhr so dunkel wurde. Die Umstände trieben mich dazu aus der Not eine Tugend zu machen. Daher wählte ich zuletzt die Zeitung als günstig reproduzierbares Medium, in welcher ich eine Art »Reisebericht« erstellte.

Wie kamst Du auf die Idee? Zurück in Deutschland war ich zunächst unzufrieden mit meinen Bildern. Außerdem hatte ich in Nepal nichts so vorgefunden, wie ich es aufgrund meiner Recherchen erwartet hätte. Das war deprimierend, aber auf der anderen Seite auch eine dieser Chancen, das Beste aus den Gegebenheiten herauszuholen. Also habe ich mich hingesetzt, viel nachgedacht, alles verworfen, und durch einen Zufall im Zug mit meinem Partner Jann Höfer sind wir auf einen Ansatz gestoßen, wo wir beide gesagt haben: »Okay das wird eine sehr schwere Sache, es erfordert viel Zeit, extreme Disziplin und vor allem das „killen deiner Darlings“, da diese vielleicht hinterher nicht in die Bildabfolge passen, aber es kann sich lohnen.«

Die Bildauswahl hat mich tatsächlich wochenlang beschäftigt. Zusätzlich habe ich eine digitale Plattform geschaffen, welche die Geschichten hinter den Bilder auflöst, da ich innerhalb der Zeitung fast komplett auf Text verzichte. Diese besteht aus einer Karte, welche meine Route nach Tagen aufschlüsselt. An den jeweiligen Aufnahmeorten sind die Bilder vermerkt und zu jedem Bild gibt es Insiderinformationen und Reisetipps. Auch die Einleitung der Zeitung, eine Aneinanderreihung von Bergriffen, löst sich erst auf der Webseite. Das Schöne ist, dass das Ganze erweiterbar und in andere Medien einbindbar ist.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Eigentlich basiert meine Gestaltung auf dem sogenannten »visual alignment«. Ich habe mit der Kombination vorhandener Bildern neue geschaffen und so meine Geschichten erzählt. Insgesamt war es für mich schwierig eine inhaltliche Abfolge zu finden, welche meine Reise darstellt.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Ich hatte ein Medium, welches ich definitiv nutzen wollte: die Zeitung. Auf die neue Gestaltungsidee war ich, wie schon oben beschrieben, durch einen Zufall gestoßen. Woche für Woche habe ich neue Vorschläge für Seitengestaltung gemacht. Das Schwierige war abstrakte Abfolgen und »alignments« aus mehrere Bildern zu bauen. Nachdem es dann eine fertige Reihenfolge und Abfolge gab, ging es an die Aufarbeitung der Bilder, was bekanntlich auch nochmal eine Herausforderung ist, da ich auf Zeitungspapier habe drucken lassen. Aber alles ist zum Glück reibungslos vonstatten gegangen.

Gehören neben dem Buch noch andere Medien zu dem Projekt? Eine digitale Plattform, die man nur durch einen QR-Code aus dem Buch erreichen kann. Diese ist auch auf meiner Webseite verlinkt. Auf dieser Plattform gibt es eine Auflösung der Bilder aus der Zeitung.

Was möchtest du noch hinzufügen? Das es ein anstrengender Kampf gewesen ist, aber es super war. Vor allem die Zusammenarbeit mit den Leuten im Kurs war herausragend und sehr sehr hilfreich für das eigene Arbeiten. Die große Bandbreite der Ergebnisse ist erstaunlich und alle Arbeiten sind absoluter Wahnsinn.

 

 

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