Vorträge von Rudi Baur, Lukas Weber und Christian Rau.

wir möchten euch ganz herzlich zu den vorträgen von ruedi baur, lukas weber und christian rau am mittwoch, dem 4. juni 2014 um 18h zum thema nation branding einladen.

die vorträge finden in der FH dortmund, FB design, max-ophüls-platz 2 in der aula statt und eröffnen eine vortragsreihe im rahmen der ringvorlesungen (master szenografie und kommunikation) im SS 2014.

wir würden uns freuen wenn ihr die einladung an alle interessierte und studierende weiter geben würdet.

info_ringvorlesungen

Ruedi Baur: bekannter Schweizer Kommunikationsdesigner und Autor; Mit­be­gründer des inter­diszi­plinären Net­zw­erkes Inté­gral Con­cept; Leiter der Ateliers Inté­gral Ruedi Baur in Paris, Zürich und Berlin; seit 1987 Übernahme diverser Lehrauf­gaben; 2007 verlieh ihm die École internationale de Percé den Ehrendoktortitel; Veröffentlichung diverser Publikationen; 2013: Beitrag zum Buch “Don´t brand my public space!” – Kapitel “Die auffällige Abwesenheit der Flagge der Erde”

Lukas Weber und Christian Rau studierten an der FH Mainz Kommunikationsdesign und erarbeiteten gemeinsam ihre mehrfach ausgezeichnete Diplomarbeit „Good People, Great Nation“. Diese Arbeit untersucht die Hintergründe und Motivation des „Nation Branding“ in Form einer visuell journalistischen Auseinandersetzung (http://great-nation.org). Außerdem steuerten sie dem kürzlich erschienenen Buch “Don´t brand my public space!” das Kapitel “Die Zuckerdiktatur” bei.

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Neu im Archiv – Frühjahr 2014 – Fotobücher

Exotische Reiseberichte, ein scheinbar anzügliches Magazin und persönliche Erinnerungen – die Bandbreite der Themen ist groß und zeigt, dass das Fotobuch schier unendliche Möglichkeiten bietet mit Bildern spannende Geschichten zu erzählen. Deshalb, und auch einfach, weil jedes einzelne Buch mit viel Engamenent und Liebe zum Detail gestaltet wurde, freuen wir uns diese Bücher für das buchlabor-Archiv gewonnen zu haben:

Genise  Genise Jannike Stelling

Was studiertst Du?  Fotografie.

Wie kamst Du auf die Idee zu GeniseDazu gibt es zwei unterschiedliche Versionen. Die erste ist, dass ich eines Nachmittags aus 60er Jahre Zeitschriften Frauen ausschnitt und daraus Collagen bastelte, sowie die zweite und »offizielle« Version, dass eine 14-jährige Bekannte mir Stories über ein Phänomen der Jugendkultur names »sexting« erzählte. Das beutet Jugendliche schicken sich per Textnachricht Nackt-Selfies und ähnliches erotisches Material. Daraufhin sah ich mir alles an was ich zu dem Thema finden konnte – angefangen von Aufklärungsvideos der 1960er Jahre bis hin zum neusten Musikviedo von Mylie Cyrus.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Aufgrund meiner Recherche habe ich zunächst eine Liste mit allen Begriffen erstellt, die mir zum Thema Sex und Jugendkultur einfielen. Aus diesem habe  ich dann foto- und typografische Collagen generiert. Äußerlich sollte das Buch aussehen wie eines dieser gängigen Klatschmagazin für Jugendliche. Bei der grafischen Ausarbeitung habe ich mir von Kommilitonen des Fachs Kommunikationsdesign helfen lassen. Unser Ziel war das Magazin so ironisch und überspitzt wie nur möglich zu gestalten, fast schon surrealistisch.

Gehören neben dem Buch noch andere Medien zu dem Projekt? Ja, ich habe noch einen ironischen Pornofilm gedreht. Dieser hat die selbe Ästhetik wie das Buch.

Was möchtest Du noch hinzufügen? Meine Eltern hatten keinen Fernseher bis ich 16 war.

Elisabeth3  Elisabeth Daniel Rupp

Was studiertst Du? Fotografie.

Worum geht es in ElisabethIn dem Buch geht es um ein Haus, in welchem bis vor ungefähr sieben Jahren eine nun verstrobene Frau gewohnt hat. Das Haus wurde vererbet, doch noch nicht renoviert, sodass dort noch viele persönliche Gegenständer der alten Dame zu finden sind.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Das Buch besteht aus drei Kapiteln, welche allerdings nicht gebündelt sind, sondern sich im Verlaufe des Buches abwechseln. Quadratische Bilder zeigen den Verfall des Hauses. Einen weiteren Teil der Arbeit bilden Fotografien von Dia-Kästen. Diese enthalten persönliche Reiseaufnahmen der ehemaligen Bewohnerin. Außerdem gibt es noch Fotos von Briefen und Postkarten, welche ich im Haus fand. Die drei Teile wurden auf unterschiedlichem Papier gedruckt, um neben dem optischen, einen haptischen Unterschied zu erzeugen. Der Betrachter soll den Eindruck haben selber durch das Haus zu gehen und die Dinge darin zu entdecken. Durch die gesammelten Fragmente erhält er einen Eindruck vom Leben Elisabeths und lernt diese ein Stück weit kennen. Auf dem Cover sieht man eine dieser Postkarten. Der Titel ist durch die Blindprägung nur schwer zu erkennen, was das Verschwinden von Menschen nach dem Tod illustrieren soll. Der Einband ist mit einem Stoff bezogen, welcher die nostalgische Ästhetik eines alten Chouchbezuges hat.

Kanntest Du die Bewohnerin? Nein, nur Nachbarn die sich um das Haus kümmern.

Was möchtest du noch hinzufügen? Das Projekt war eine Teamarbeit mit Melanie Helmstetter.

arizona  Arizona Manuela Dörr

Was studierst Du? Fotografie

Worum geht es in Deinem Buch? Arizona ist mit seinen 295.254 m2 Fläche einer der größten Staaten der USA, in dem fast 6,5 Millionen Einwohner leben. Die höchste Bevölkerungsdichte weist die im Süden liegende Hauptstadt Phoenix und ihre Umgebung auf. Hier begann und endete unsere Reise, die uns über Sedona, Flagstaff und die Route 66 in den Norden zum Grand Canyon führte. Meine Erlebnisse auf dieser Reise habe ich in einem Buch mit farbigen Fotografien im dokumentarischen Stil zusammengefasst.

Wie kamst Du auf die Idee? Ich habe meinen jüngeren Bruder, der gerade eine Ausbildung zum Piloten bei der Lufthansa absolviert, in Arizona besucht. Zusammen mit meinem älteren Bruder erkundete ich den Bundesstaat, die Kamera immer griffbereit. Nach nur fünf Stunden Autofahrt quer durch Arizona trafen wir dabei auf extrem veränderte Witterungsbedingungen. Herrschte im Süden für europäische Verhältnisse sommerliche 25 Grad Celsius, so fanden wir im 2.100 m hoch gelegenen Flagstaff Schneegestöber und Minusgrade vor. Dieses beeindruckende Naturphänomen, welches uns sehr überraschte, habe ich zum Leitfaden meines Buches ausgewählt.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Die Fotos entstanden mit einer digitalen Canon EOS 5D Mark II mit Vollformatsensor und einer 50 mm Normalbrennweite, sowie einer 28 mm Festbrennweite. Hierbei kam die kürzere Brennweite hauptsächlich zum Einsatz, um eine weitwinklige Perspektive zu erhalten und mehr Raum auf dem Bild zu gewinnen. Alle Fotografien erfolgten ohne Stativ aus der Hand, um einen Ausschnitt möglichst flexibel und schnell wählen zu können. Phoenix fotografierte ich aus Augenhöhe, aus der Sicht eines Passanten. Die Motive rücken die wesentlichen Objekte und somit Linienführung und Farben der Architektur in der Vordergrund.

Auf diese Art und Weise habe ich auch die menschenleere und künstliche Atmosphäre eingefangen, welche ich besonders zu Beginn meiner Reise, trotz strahlender Sonne und bunter Farben, als sehr bedrückend fand. Aus diesem Grund habe ich auch fast komplett darauf verzichtet, Menschen im Buch zu zeigen. Vereinzelt finden sich Autos auf den Straßen oder Menschen in Rückenansicht. Man fragt sich, was sich hinter dem großen Tor oder einer sterilen Mauer befindet und genauso fühlt man sich, wenn man durch Phoenix reist. Man erhält keinen Einblick in die Privatsphäre der Bürger und bleibt außen vor.

Im zweiten Teil des Buches befinden sich Fotografien vom Grand Canyon und der zwischen Phoenix und dem Grand Canyon liegenden Stadt Sedona. Die Fotografien der überwiegend naturbelassenen Orte sind stark entsättigt. Dies ergibt sich aus den Wolkenbergen und Schneeverwehungen, welche die Abgründe mystisch und unberechenbar wirken lassen und hinter bereichsweiser Unschärfe verstecken. Auf einigen Bildern lässt sich die Weite und Tiefe des Canyons erahnen. Beim Fotografieren war ich besonders fasziniert von diesem Phänomen und habe meine Bildausschnitte so gewählt, dass sie dies besonders gut einfangen.

Der visuelle Bruch zwischen den beiden Szenerien wird durch Bilder verstärkt, die das Element Wasser illustrieren. Zunächst flüssig im Pool in Phoenix und auf den nächsten Fotos gefroren auf den Bäumen am Grand Canyon.

Für das Buch habe ich ein kleines Format gewählt, da es handlicher und übersichtlicher ist. Man muss näher ran gehen und tief eintauchen, wenn man die Bilder auf sich wirken lassen möchte. Zudem passt es in jede Tasche und taugt dadurch auch unterwegs für Reisevorbereitungen. Des Weiteren habe ich viel Weißraum in Form von leeren Seiten eingebaut, um dem Betrachter die Zeit zu geben, jedes Bild einzeln auf sich wirken zu lassen und nachzudenken.

Das Cover des Buches trägt vollformatig ein horizontal ausgerichtetes Bild, welches genau zwischen dem Grand Canyon und Phoenix aufgenommen wurde. Im unteren Bereich des Fotos ist eine Steppe zu sehen. Auf den ersten Blick erkennt man nicht, ob es sich um eine Sandwüste oder um Schnee handelt. Die oberen zwei Drittel des Bildes zeigen blauen Himmel, welcher allerdings teilweise von Wolken bedeckt wird. Folglich befindet sich in diesen Bildern der Übergang vom sonnigen Phoenix zum verschneiten Grand Canyon. Auf der ersten Seite im Buch findet man eine Weltkarte mit der markierten Position Arizonas und eine Landkarte des Bundesstaates. Auf der Karte sind die größten Flüsse, darunter auch der durch den Grand Canyon fließende Colorado River, und die von mir bereisten Städte aufgeführt. Die Karte ist „Arizona-rotbraun“ gefärbt, so wie die Erde des Landes. Am Ende des Buches befindet sich der Epilog, welcher kurz auf die Demografie und Geografie von Arizona eingeht und damit die Frage um den Schnee im Sonnenstaat auflöst. Auf der letzten Seite befindet sich das Impressum.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Anhand meines Buchkonzeptes traf ich die Auswahl der Fotografien, aus welcher sich wiederum die Dramaturgie und Struktur des Fotobuches ergab. Danach habe ich die Texte geschrieben und die Fotos für den Druck aufbereitet. Nach der letzten Korrektur im Kurs, habe ich eine erste gebundene Version des Buches bestellt.

Gehören neben dem Buch noch andere Medien zu dem Projekt? Ja, ich habe den Druck über eine Crowdfundingkampagne  finanziert. So konnte ich auch Visitenkarten und Postkarten drucken lassen.

 

angarsk71_2  Angarsk 71 Ilona Schmidt

Was studierst Du? Ich studiere im 6. Semester »Design Medien Kommunikation« mit dem Schwerpunkt Grafikdesign. Das Buch habe ich im 5. Semester gestaltet.

Worum geht es in Deinem Buch? In meinem Buch geht es um junge Soldaten und ihre gemeinsame Zeit. Es ist eine Sammlung von Portraits junger, sowjetischer Männer aus den 1970er Jahren, die gemeinsam ihren Wehrdienst leisteten. Jedoch ist es kein Buch über Krieg, oder über Militärmacht, sondern vielmehr über die Abwesenheit von Krieg und Gewalt und über Freundschaften, die in dieser Zeit entstanden sind. Man sieht die Soldaten hauptsächlich nebeneinander posieren, in ihrer freien Zeit während des Dienstes. Die Bilder schenkten sie sich gegenseitig als Erinnerung.

Wie kamst Du auf die Idee? Die Fotos, die ich für das Buch verwendet habe, stammen alle aus dem privaten Besitz meines Vaters. Es sind Bilder, die während seiner Militärzeit Anfang der 70er Jahre in Russland von ihm und seinen Kameraden entstanden sind. Zu der Zeit waren Farbfilme in Russland nicht üblich, deshalb wirken die Fotos älter als sie sind. Aber genau das fasziniert mich so sehr daran. Ich habe schon oft die Fotoalben meiner Eltern durchgestöbert und war begeistert von den alten schwarz-weiß Aufnahmen. Sie sind nicht perfekt und und haben mittlerweile auch Kratzer, aber das macht gerade ihren Charme aus. Ich wollte die Bilder schon seit Beginn des Studium irgendwie in ein Projekt einbinden und hatte dann bei dem Workshop mit Jeroen Kummer endlich die Möglichkeit dazu.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Die Gestaltung ist sehr reduziert, damit der Fokus auf den Bildern selbst bleibt. So gibt es anfangs lediglich eine kurze zweisprachige Textebene (Deutsch und Russisch) als Einleitung und danach folgen nur noch die Fotos. Hierbei gibt es verschiedene Ebenen: Zum einen dominiert immer die Paarbildung von einem Einzelportrait und einem Gruppenbild von mindestens zwei Soldaten, gefolgt von vereinzelten Fotografien, die alleine auf einer Doppelseite stehen. Diese Bilder sind grundsätzlich nicht beschnitten. Einige wenige Fotografien füllen jeweils eine komplette Doppelseite, so dass man die Möglichkeit hat, Details besser zu erkennen. Auch die Alterungszeichen kommen dabei viel stärker zur Geltung. Diese Seiten durchbrechen die sonst recht einheitliche Platzierung der Bilder.  Zum Ende des Buches hin tauchen auch immer öfter gelbe, fleckige Rückseiten der Fotos statt der Vorderseiten auf. Sie stehen symbolisch für das Fortschreiten der Zeit, für den Alterungsprozess aber auch für die beginnenden Lücken der Erinnerung. Manchmal wissen wir noch grob, dass es eine Begegnung oder eine Person gab, können uns aber nicht mehr an Details erinnern. Diese schwindenden Erinnerungen nehmen im Buch immer weiter zu beenden die Erzählung auch.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Als Erstes habe ich mit der Auswahl der Bilder begonnen. Obwohl ich fast alle Bilder benutzen konnte, musste ich mich doch von einigen liebgewonnenen Stücken trennen, da sie nicht ins Konzept passen. Die Gestaltung für das Buch hatte ich recht schnell gefunden und gemeinsam mit Jeroen Kummer wurden dann Feinheiten ausgearbeitet oder einige Dinge optimiert. Das Buch war innerhalb des Workshops von 3 Tagen auch so gut wie fertig, danach folgte im Grunde nur noch die Reinzeichnung und die Textebene.

Was möchtest du noch hinzufügen? Diese private Sammlung ist wie ein kleiner Schatz an wertvollen Erinnerungen. Jedes Foto wurde mit Bedacht geschossen. Etwas, was im Zeitalter der digitalen Fotografie leider verloren gegangen ist.

 

fatinha maravilha  fatinha maravilha  Jann Höfer

Was studierst Du? Fotografie, BA

Worum geht es in Deinem Buch? Allgemein gesehen, bekommt man einen intimen Einblick in Alltag, Familie und Lebensgefühl einer jungen Mutter. Sie lebt in einer urbanisierten Favela in Brasilien, Fortaleza, die auf dem Weg zum Viertel der unteren Mittelschicht ist.

Wie kamst Du auf die Idee? Vor dem Beginn des Studiums habe ich fünf Monate in einer Kinderübermittagsbetreuung in Maravilha gearbeitet. Dort habe ich Fatinha kennengelernt, die als Betreuerin arbeitete und unter anderem eine Foto AG leitete. Ihre positive Lebenseinstellung hat mir imponiert und mich dazu bewegt sie zweieinhalb Jahre später erneut zu besuchen und ihren Alltag fotografisch zu begleiten.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Ich habe Fatinha zwei Wochen lang jeden Tag begleitet. Diese zwei Wochen stehen exemplarisch für die restlichen Wochen in ihrem Leben, weshalb es sich nicht um eine abgeschlossene Geschichte mit Anfang und Ende handelt. Das habe ich versucht in das Layout des Buches zu übernehmen und durch sequenzielle Bildabfolge und Überläufe auf die nächste Seite den Leser in einen Fluss aufzunehmen. Das Buchformat bleibt relativ klein um den intimen Einblick in ihr Leben zu unterstützen. Außerdem zitiere ich ein ehemaliges Massenmedium der brasilianischen Kultur („Cordel“ / deut. Kordel) indem ich die Texteben in ein kleines kopiertes Heftchen ausgliederte. Solche Heftchen wurden früher mit Inhalten von Politik bis Satire an den Straßenecken, an einer Kordel hängend verkauft.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Es hat lange gedauert bis ich eine sinnvolle Abfolge der Bilder gefunden hatte. Das Layout wurde Schritt für Schritt, durch viel freies Ausprobieren erstellt. Die Abfolge der Bilder wurde im Layout häufig durcheinander gebracht, um später einen Lesefluss ohne Anfang und Ende zu bekommen, der trotzdem funktioniert. Format und der Verzicht auf ein standartgemäßes Cover waren schnell Entschieden. Wichtig war mir, dass die Herstellung (Druck und Bindung) des Buches von mir selbst erledigt werden kann um Produktionskosten zu sparen.

 

Namaste Nepal  Namaste Nepal Marcel Haupt

Was studierst Du? Momentan studiere ich Fotografie im 6. Semester.

Worum geht es in Deinem Buch? In meinem Buch geht es um einen der wichtigsten Wirtschaftszweige Nepals, das Trekking und Hiking. Jährlich kommen tausende Touristen nach Nepal um das Mount Everest Basecampe und andere Routen zu laufen.

In meinem Fall war es die Annapurna-Runde, welche mich sehr faszinierte. Ich trat die Reise mit dem Ziel an neue Erfahrungen zu machen – neue Landschaften, aber auch die Art von Mensch kennenzulernen, den man beim Anstieg der Höhe trifft. Besonders interessierten mich auch die Sherpa, welche einen den kompletten Weg über begleiten. Meinen Ursprungsplan ein klassisches Buch mit Texten und vielen Portraits zu gestalten, verwarf ich während meiner Reise, denn diese gestaltete sich anders als gedacht. Meist war ich unterwegs. Mir blieb in den Orten und Übernachtungstätten nicht viel Zeit zum Verweilen, sodass ich nicht viele Möglichkeiten hatte mich ausgiebig mit den Menschen auseinanderzusetzten. Außerdem behinderte mich die Tatsache, dass es bereits um 16, 17 Uhr so dunkel wurde. Die Umstände trieben mich dazu aus der Not eine Tugend zu machen. Daher wählte ich zuletzt die Zeitung als günstig reproduzierbares Medium, in welcher ich eine Art »Reisebericht« erstellte.

Wie kamst Du auf die Idee? Zurück in Deutschland war ich zunächst unzufrieden mit meinen Bildern. Außerdem hatte ich in Nepal nichts so vorgefunden, wie ich es aufgrund meiner Recherchen erwartet hätte. Das war deprimierend, aber auf der anderen Seite auch eine dieser Chancen, das Beste aus den Gegebenheiten herauszuholen. Also habe ich mich hingesetzt, viel nachgedacht, alles verworfen, und durch einen Zufall im Zug mit meinem Partner Jann Höfer sind wir auf einen Ansatz gestoßen, wo wir beide gesagt haben: »Okay das wird eine sehr schwere Sache, es erfordert viel Zeit, extreme Disziplin und vor allem das „killen deiner Darlings“, da diese vielleicht hinterher nicht in die Bildabfolge passen, aber es kann sich lohnen.«

Die Bildauswahl hat mich tatsächlich wochenlang beschäftigt. Zusätzlich habe ich eine digitale Plattform geschaffen, welche die Geschichten hinter den Bilder auflöst, da ich innerhalb der Zeitung fast komplett auf Text verzichte. Diese besteht aus einer Karte, welche meine Route nach Tagen aufschlüsselt. An den jeweiligen Aufnahmeorten sind die Bilder vermerkt und zu jedem Bild gibt es Insiderinformationen und Reisetipps. Auch die Einleitung der Zeitung, eine Aneinanderreihung von Bergriffen, löst sich erst auf der Webseite. Das Schöne ist, dass das Ganze erweiterbar und in andere Medien einbindbar ist.

Was kannst Du zur Gestaltung erzählen? Eigentlich basiert meine Gestaltung auf dem sogenannten »visual alignment«. Ich habe mit der Kombination vorhandener Bildern neue geschaffen und so meine Geschichten erzählt. Insgesamt war es für mich schwierig eine inhaltliche Abfolge zu finden, welche meine Reise darstellt.

Beschreibe Deinen Arbeitsprozess. Ich hatte ein Medium, welches ich definitiv nutzen wollte: die Zeitung. Auf die neue Gestaltungsidee war ich, wie schon oben beschrieben, durch einen Zufall gestoßen. Woche für Woche habe ich neue Vorschläge für Seitengestaltung gemacht. Das Schwierige war abstrakte Abfolgen und »alignments« aus mehrere Bildern zu bauen. Nachdem es dann eine fertige Reihenfolge und Abfolge gab, ging es an die Aufarbeitung der Bilder, was bekanntlich auch nochmal eine Herausforderung ist, da ich auf Zeitungspapier habe drucken lassen. Aber alles ist zum Glück reibungslos vonstatten gegangen.

Gehören neben dem Buch noch andere Medien zu dem Projekt? Eine digitale Plattform, die man nur durch einen QR-Code aus dem Buch erreichen kann. Diese ist auch auf meiner Webseite verlinkt. Auf dieser Plattform gibt es eine Auflösung der Bilder aus der Zeitung.

Was möchtest du noch hinzufügen? Das es ein anstrengender Kampf gewesen ist, aber es super war. Vor allem die Zusammenarbeit mit den Leuten im Kurs war herausragend und sehr sehr hilfreich für das eigene Arbeiten. Die große Bandbreite der Ergebnisse ist erstaunlich und alle Arbeiten sind absoluter Wahnsinn.

 

 

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das buchlabor experimentiert – Fotografie im Künstlerhaus Dortmund

Im Mai laden wir Euch herzlich ein, mit uns die Underground-Fotoszene zu ergründen – falls diese noch nicht im Onlinewahn untergegangen ist. Denn eines steht fest: Die experimentelle Fotografie hat sich mit der Schnelllebigkeit des Internets verändert.
Dieses Phänomen stellt das Künstlerhaus Dortmund mit der Ausstellung »FEX – Experimentelle Fotografie und Bilder aus dem Untergrund« ins Scheinwerferlich. Gezeigt werden die Gewinnerarbeiten des gleichnamigen Fotowettbewerbs.

Das buchlabor wird im Rahmen der Ausstellung ebenfalls einen Raum bespielen. Wir präsentieren dort einige Fotobücher aus unserem Archiv und geben Impulse zur Frage: »Was ist eigentlich ein Fotobuch?«.

Vernissage ist am Freitag den 2. Mai. um 20 Uhr.  Danach wird die Ausstellung jeweils Donnerstags bis Sonntags von 16 bis 19 Uhr geöffnet sein. Der 25. Mai ist Eure letzte Chance die Ausstellung zu besuchen.

Weitere Infos zur Austellung gibt es auf der Seite des Künstlerhauses:

Künstlerhause Dortmund

und auf der Homepage des Wettbewerbs:

FEX

Wir freuen uns, Euch bei der Ausstellung zu treffen,
Euer buchlabor-Team

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Erste Eindrücke: »The PhotoBookMuseum« feat. Carlswerk, Köln

Am Samstag haben wir das Carlswerk in Köln besichtigt. Genauer, den Ort, an welchem im Sommer das Mekka der globalen Fotobuch-Szene entstehen wird. Köln schien dem Team des Großprojektes  »The PhotoBookMuseum« der perfekte Standort für ihr Vorhaben. Verständlich, ist doch die Rheinmetropole schon seit langem deutsche Fotohauptstadt. Sowohl die Photokina, die bis heute bedeutendste Fotomesse der Welt, als auch das Photoszene-Festival werden diesen Sommer in Köln stattfinden. Beste Vorraussetzungen also um das (neue?) Schwestermedium der Fotografie zu feiern: Das Buch.
Ihr merkt, unser Stichwort ist gefallen. Deshalb ließen wir uns auch nicht lange bitten und freuen uns sehr Teil des Spektakels sein zu dürfen.
Also bleibt gespannt, wird halten Euch auf dem Laufenden über kommende Termine, sowie die Fortschritte unserer Vorbereitungen und merkt Euch ein Wochenende im August vor. Es lohnt sich dabei zu sein, wenn Industrieschick auf Sammlerstolz und Nachwuchstalent stößt. Eins steht fest: Das Fotobuch ist der neue Spielplatz der Neuland-Euphorie. Doch was ist überhaupt ein Fotobuch? Wir hoffen Euch diese Frage so schnell wie möglich beantworten zu können. Bisher hat es nur so viel von sich preis gegeben: Es ist ein Buch mit Fotos … und laut Markus Schaden (CEO des PhotoBookMuseums) »Das perfekte Medium zur Präsentation von Fotografie.«

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Book Cover Design

Wie eine Schatzkiste voll bunter Buchcover kommt die Seite »An archive of book cover designs and designers« daher.
Außerdem wird auf der Seite auf viele weitere tolle Blogs zum selben Thema verwiesen.Also öffnet die Büchse der Cover-Gestaltung nur, wenn ihr gerade sowieso eine Menge Zeit totschlagen wollt und es euch nichts ausmacht im Höllenschlund des Internets zu versinken. Noch zwei Reisetipps:

  1.  Auf »the casual optimist« ist das Filmchen: »Shape: A Short Film about Design« sehr zu empfehlen. Besonders wenn ihr eurer Oma erklären wollt, was Designer eigentlich so machen, oder eurem vier Jahre alten Patenkind zu verstehen geben, dass es gerade ein wichtiges Kulturgut ansabbert.
  2. Und »faceout books« solltet ihr besuchen, wenn ihr mehr über die Schöpfer der schönen Buchkleider wissen mögt. Jedes Cover wird begleitet von einem Interview mit dessen Schöpfer. Einleitend steht häufig die Frage: »How did you become a book cover designer?«

So nun aber genug der Vorrede und viel Spaß beim Entdecken!

an archive of book cover designs and designers An archive of book cover designs and designers

thebookcoverarchive_blog Thebookcoverarchive Blog

the casual optimistThe casual optimist

faceoutbooks  Faceoutbooks

 

 

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das buchlabor dokumentiert

DokuBuchlabor

 

Rückblick: Unser Wintersemester 2013/2014

Kaum haben wir die Ferien (dank Prüfungsstress) gefühlt übersprungen, stecken wir schon mitten im nächsten Semester. Trotzdem haben wir uns die Zeit nicht nehmen lassen, uns kurz in vergangen Erfolgen zu sonnen. Naja, ich will nicht zu dick auftragen, doch man kann uns gut und gerne als bemüht bezeichnen. Schließlich waren wir mit Euren Büchern auf 3 Buchmessen, zuerst Frankfurt im Oktober, kurz danach auf dem Fotobuch-Festival in Kassel und erst vor kurzem auf der Leipziger Buchmesse. Im Februar bekamen wir allerdings etwas Heimweh und schlugen unseren Messestand zur Abwechslung im Foyer der Fachhochschule auf um mit alten, wie neuen Freunden zu plauschen. Besonders gefreut hat uns, dass wir einigen Studenten bei ihren Buchprojekten helfen konnten. Danke für Euer Vertrauen und Eure Inspiration :).

Das nächste Semester steht bei uns dank Markus Schaden und seinem FotoBook Museum ganz im Zeichen des Fotobuches. Wenn Ihr auch Bock auf das Projekt habt besucht das Seminar: mehr als zwei seiten. das buch. bei Susanne Brügger. Falls ausreichend Interesse bei den Studenten besteht, werden wir mit diesem Kurs kooperieren, wenn es im Sommer darum geht die Ausstellung zu konzeptionieren und umzusetzen.

Außerdem gibt es noch eine wichtige Neuerung. Ab sofort findet die Buchlabor-Sprechstunde  Mittwochs von 11 bis 14 Uhr statt.

Wir freuen uns auf das nächste Semester mit Euch und wünschen uns allen viel Erfolg und Freude beim Büchermachen, Fotos Knippsen, Konzeptionieren, Zeichnen, Feiern und (das muss jetzt wirklich mal gesagt werden)

viel Sonnenschein!

 

Wer ganz genau wissen will was wir im letzten Semester so getrieben haben schaut sich unsere Doku an:

Doku Buchlabor 2013:14 WS 2

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Das schönste Buch der Welt

M2Gegenüber unseres Standplatzes auf der Leipziger Buchmesse befindet sich der Stand der Stiftung Buchkunst. Die Auszeichnung des »Goldenen Lettern« ging in diesem Jahr an das Buch »Meret Oppenheim. Worte nicht in giftige Buchstaben einwickeln«. Dieses thematisiert die Autobiografie von Meret Elisabeth Oppenheim und enthält bislang unveröffentlichte Briefwechsel der Künstlerin.

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Leipziger Buchmesse 2014

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Der erste Tag auf der Buchmesse ist angebrochen. Gestern schon haben wir fleißig gewerkelt und geplottet, heute laden wir Euch herzlich ein bei uns vorbeizuschauen. Wenn Ihr nicht nach Leipzig kommen könnt, schaut ab und zu mal auf den Blog. Es kommen regelmäßig Updates und hoffentlich haben wir zwischendurch auch Zeit uns die Messe anzusehen. Dann führen wir Euch ein bisschen herum.

Ihr findet uns in Halle 3 Stand G504.

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Das buchlabor fährt nach Leipzig

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Vom 13. – 16. März ist die Fachhochschule Dortmund mit dem buchlabor wieder auf der Leipziger Buchmesse vertreten. Neben spannenden Buchprojekten und neuen Apps werden dieses Jahr auch die Forschungsprojekte über lesen und über bücher und fotografie vorgestellt. In Leipzig fühlt sich das buchlabor immer auch ein bisschen zuhause, seit wir 2011 dort unseren ersten Messeauftritt hatten. Seitdem ist viel passiert und auch für die Zukunft hat sich das buchlabor viel vorgenommen. Einen Vorgeschmack darauf gibt es schon im März in Leipzig.

Wer die Buchmesse und den buchlabor-Stand besuchen will, findet uns in Halle 3 G 504.

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