das buchlabor
forscht
wo wollen wir
eigentlich hin?

Projektpräsentation im Dortmunder U

Am 26.03. fand in der UZWEI im Dortmunder U unsere Projektpräsentation statt. Gezeigt wurden die Workshophefte, der Dokufilm zum Projekt, die Publikaton als Heft und Wandbild mit Heimat- und Hefteposter und die Dokumentation der Gestaltung als Video.

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Die Präsentation der Projektbereiche Gesamtkonzept, Reisedoku,  Workshopdoku, Heimatebene und Gestaltung hielten wir über einen Videochat, während wir uns an anderen Orten aufhielten. Die Besucher konnten anschließend über den Chat noch Fragen an uns stellen.

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Die Ausstellung zieht am 8. April um ins ehemalige Museum am Ostwall zur Ausstellung Being Rem Cool Ass und ist ab dem 25. April im Rahmen der Ausstellung dialoge über bücher – über lesen wieder im UZWEI zu sehen. Dort wird es noch zwei weitere Videochat-Präsentationen geben.

 

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das ergaben die workshops – reflexion

Titel Reflexion

nicht nur die in den workshops entstandenen hefte sollten uns das mobile arbeiten und sein verdeutlichen, sondern auch die erfahrungen und erlebnisse der teilnehmenden studierenden. daher haben wir nach den workshops fragen gestellt, die von den umständen der arbeitssituation bis hin zum verhältnis digitalen und analogen arbeitens reichten.

1
hat die mobile arbeitssituation (direktes handeln, improvisation), der fremde ort deine arbeitsweise beeinflusst?

> ja, man musste seine arbeitsweise an die gegebenen bedingungen anpassen.

> ja, durch den verzicht auf sonst übliche möglichkeiten für recherche, skizzen, etc.

> ja. das war sowieso – bis zu einem gewissen grad – unausweichlich. normalerweise denke ich immer einmal mehr über alle entscheidungen nach, das war hier, auch aufgrund der begrenzten zeit nicht möglich. so habe ich vieles weniger sorgfältig gemacht, als sonst. oft gab es momente in denen ich gezweifelt habe, mich dann aber entschieden habe: „egal, ich lass das jetzt so!“.

> ja, ich war gezwungen, mich an die tatsächlichen gegebenheiten (teils ungleich den erwarteten) anzupassen und aufgrund des engen zeitfensters spontane entscheidungen in konzept und gestaltung zu treffen.

> das projekt und insbesondere die mobilität hat meinen arbeits- und denkablauf insofern beeinflusst, dass ich in nachfolgenden projekten und konzepten den netzwerkgedanken der in mobilität steckt weiterführe. ich mache mir mehr gedanken über verknüpfungen und versuche verschiedene einflüsse zu kombinieren.

> das prinzip, sich bei der wahl der gestaltungsmittel (und auch -möglichkeiten) bewusst einzuschränken, ist definitiv eines, das ich auch für mein weiteres arbeiten anwenden möchte. im workshop fiel mir auf, dass dies der gestalterin / dem gestalter viele entscheidungszwänge abnimmt und ihr/ihm mehr freiraum für inhaltsrelevante gestaltungsfragen einräumt.

2

ist der inhalt deines fertigen heftes noch der, den du vor dem workshop geplant hast?

> der inhalt des heftes hat sich den örtlichen bedingungen und vorgegebenen Materialien angepasst.

> da inhalt und idee erst vor ort entstanden sind nicht beanntwortbar

> ja, im großen und ganzen schon. ich hatte vor dem ersten workshop nur eine kleine idee für das thema. die habe ich dann verfolgt und es hat (vielleicht zufällig) geklappt. ich glaube es war eher glück; in dessau habe ich richtig gute bilder gefunden. in dortmund hat es nicht so gut geklappt – da war der inhalt zwar auch so, wie ich ihn geplant hatte, aber mit dem heft bin ich nicht zufrieden.

> in dessau habe ich mich vor ort komplett umentschieden, als ich gemerkt habe, dass die stadt nicht das hergibt, was ich mir durch internetrecherche erhofft habe. in dortmund habe ich zwischen meinen zielen so viel zusätzliches material entdeckt, dass es am ende mit einbezogen wurde und dadurch etwas komplett anderes entstanden ist.

> jein. für die dokumentation des ortes / der orte habe ich ein konzept mit offenem ergebnis gewählt: mein ziel war es, vor ort gesammelte bild- und wortmarken gestalterisch zu umfassen und die zwischenergebnisse – die entstandenen heftseiten also – untereinander zu vergleichen. hintergrund dieses plans war die frage: verbergen sich in form- und bildsprache von lokal/regional typischen marken elemente oder merkmale, die sich auf die identifikation eines ortes anwenden lassen? die umsetzung habe ich mir vor der reise jedoch eher als eine art sortieren und klassifizieren vorgestellt. während des workshops jedoch habe ich die gesammelten logos eher auseinandergenommen bzw. reduziert. dieser vorgang wurde erheblich von den verfügbaren mitteln zur reproduktion beeinflusst, wenn nicht sogar initiiert: es war die ästhetisch interessante möglichkeit seiten zu füllen, die mich schriftzüge auf ihre zweidimensionale zusammensetzung dezimieren ließ; es war die eigenwillige wiedergabe von farbe durch die kopierer, die mich die gesammelten logos auf mögliche, weitere farbschemata prüfen ließ; es waren die vielen ausgedruckten bilder von dessau, die den ort selbst in mein heft brachten. meine antwort: das sammeln des materials verlief nach plan. die umsetzung jedoch hatte ich zum großteil nicht unter kontrolle.

3

inwiefern musstest du deinen inhalt und deinen arbeitsablauf an vorhandene arbeitsmittel und möglichkeiten anpassen (improvisation)?

> wenn beispielsweise der drucker gestreikt hat oder überlastet war, hat man versucht seine inhalte analog auf das papier zu bringen.

> der arbeitablauf musste dahingehend angepasst werden, da artbeitsmittel wie drucker begrenzt zur verfügung standen. also genau planen, wie und was drucken, eher weniger experimentieren. der inhalt war durch die begrenzte zur verfügung stehende zeit eingegrenzt.

> da ich den genauen inhalt gar nicht so sehr geplant hatte, hat er sich während des arbeitens, quasi nebenbei – aufgebaut. ich musste allerdings, neben meinen eigenen fotos, auf das material der anderen zurückgreifen. da ich zuerst nur am rechner gearbeitet habe, war ich von den restlichen arbeitsmitteln relativ unabhänging. als es später ans ausdrucken ging, wurde es etwas schwierig, einen freien drucker zu finden; zu der zeit wurde mein arbeitsablauf lediglich etwas verzögert.

4

wie war das verhältnis von digitalem und analogen arbeiten bei der dokumentation des ortes und der heftgestaltung (beispiel: digital 30%, analog 70%)?

> digital 70%, analog 30%

> workshop dessau: analog: 80% digital: 20%; workshop dortmund: analog: 50% digital: 50%

> ich habe viel digital gemacht. nur die hefttitel sind analog entstanden. also würde ich schätzen digital 90% und analog 10%

>  erkundung dessaus: digitale vorrecherche, vorort analog mit ein wenig navigationshilfe. heft: layout durch drucker bestimmt, typo am rechner; erkundung dortmunds: 100% zu fuß. heft: layout  am rechner.

> die workshopergebnisse arbeiten zu 100% mit digitalem material. die letztendliche publikation ist jedoch rein physischer art aber dennoch mit dem tintenstrahldrucker umgesetzt. verhältnis digitalt/„analog“ 70:30.

> meine einschätzung für das gesamte arbeiten liegt bei 40% digital und 60% analog. das arbeiten möchte ich dabei in die arbeitsschritte materialsammlung (40% der gesamten arbeit) und heftumsetzung (60% der gesamten arbeit) unterscheiden, da sich hier extrem unterschiedliche verhältnisse zeigen: bei der materialsammlung habe ich 90% digital (da per smartphone) und 10% analog gearbeitet und bei der heftumsetzung nur 10% digital und dafür 90% analog.

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welche arbeitsmittel haben dich weiter gebracht oder ausgebremst und warum?

> auszuprobieren.durch fehlendes papier oder überlastete drucker wurde man leider ab und zu in seinem arbeitsfluss ausgebremst.

> am meisten haben mich drucker und scanner ausgebremst – entweder weil sie belegt waren oder nicht funktionierten. für mein heft war der analog gedruckte titel eine ideale ergänzung und hat mein heft abgerundet. da ich mich beim arbeiten sehr auf meinen rechner verlassen habe, gab es sonst nicht viele andere arbeitsmittel, die mich hätten ausbremsen können.

> der rechner verleitet zu routinen. ausschießen und drucken war schrecklich.

> mich/uns hat die funktionsweise oder wenn man so will „nicht-„funktionsweise des druckers zunächst ausgebremst und gleichzeitig inspiriert, so dass wir unsere hefte an diese gegebenheiten angepasst haben.

> zwischendurch wollte ich texte von meinem laptop ausdrucken, doch zum einen war der pc sehr langsam und zum anderen waren alle wege von dessen festplatte hin zum drucker von den anderen, fleißig druckenden teilnehmern blockiert. mich hat also das setzen von texten am rechner zeit gekostet und führte letztendlich zu keinem ergebnis.

6

wie machen sich die arbeitsmittel visuell bemerkbar?

> bestimmte zufälle, welche durch die arbitsmittel entstanden, wurden eingebunden (z.b. fehldrucke)

> die streikenden tintenpatronen/drucker machen sich in form von schlieren und streifen auf den ausgedruckten abbildungen bemerkbar, was der arbeit aber einen ganz anderen interessanten visuellen Charakter verleiht.

> die drucker haben bestimmt, wieviel rand auf den einzelnen seiten meines heftes bleibt. außerdem konnten nicht alle doppelseitig drucken, sodass ich die rückseiten später nocheinmal extra bedrucken musste. durch scannen und vergrößern beim druck wurden bilder unscharf, was z. t. aber beabsichtigt war. durch das einscannen kamen teilweise schwarze ränder auf die bilder. meinen analog gedruckten titel wurden durch das druckverfahren sehr plastisch, anders als bei den digital gedruckten schriften.

> drucker hinterlässt spuren, sorgt für zusammengeklebte doppelseiten und durchscheinende farbe. er platziert die fotos, wenn kein layout angelegt wurde. der rechner sorgt tendenziell für herkömmliche layout.

> der visuelle content der publikationsserie besteht aus „fehldrucken“. es ist alles enthalten was im konventionellen gebrauch eines druckers als Abfall durchgeht (doppelt bedruckte blätter, abgebrochene druckaufträge etc.).

> gegen ende des ersten workshop-tages und besonders am zweiten tag habe ich die grenzen und hürden für die heftumsetzung nicht mehr als problem, sondern als gelegenheit zum experimentieren empfunden und konnte mit der aufgabe spielerisch umgehen. dafür war es aber notwendig, sich vom erwartungsdruck zu befreien. dies erfolgte über das scheitern – dabei möchte ich betonen: das gemeinsame scheitern. die vielen fehldrucke standen dabei jedem zur verfügung und führten zu hybriden inhalten in den heften. zusammen mit den fast nicht steuerbaren einstellungen der drucker und der einfach nicht trocknen wollenden farbe der hochdrucke ergab das ein hohes ausmaß an zufall. das sieht man den heften an. würde ich erneut an dem workshop teilnehmen und hätte die genannte erfahrung des scheiterns bereits gemacht, würde ich umgehend damit beginnen, makulatur zufällig kombiniertes material zu erstellen, um schneller in den fluss des experimentierens zu gelangen.

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was würdest du anders, besser oder gar nicht machen, wenn du noch mal an diesem workshop teilnehmen würdest?

> ich denke es war gut so, wie es war. natürlich könnte man das problem mit den überlasteten druckern beim nächsten mal einfach durch die bereitstellung weiterer drucker lösen, jedoch würde dann der reiz der fehler und der improvisation wahrscheinlich verloren gehen.

> besser vorplanen, inhalt eher festlegen.

> ich glaube nicht, dass man sagen kann oder sollte, was man besser machen würde. alles ist eben aus der situation und den gegebenen möglichkeiten heraus entstanden. auch wenn etwas nicht geklappt hat, muss man das akzeptieren und von einer zu strengen wertung befreien. ich habe beim zweiten workshop das gefühl gehabt, weniger frei in meiner arbeit zu sein, als beim ersten mal. diese art von workshop lebt, glaube ich, von der erst- und einmaligkeit; beim zweiten mal kann man schon auf erfahrungen zurückgreifen und ist womöglich weniger spontan.

> ich würde den rechner wahrscheinlich zuhause lassen, direkt vom handy an den drucker schicken und alles weitere per hand machen.

> grundsätzlich würde ich in zukünftigen workshops zu diesem projekt (reisen/mobil sein) keine zu strikten konzepte mehr ausarbeiten. es hat sich gezeigt, dass man durch improvisieren und anpassen die aufregenderen ergebnisse erzielt. weiterhin würde ich das analoge bzw. das arbeiten ohne computer vorziehen, da man die möglichkeit hat von konventionellen gestaltungswegen abzuweichen und z.b. projekte ohne das hinzuziehen von gestaltungsprogrammen umsetzen kann.

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kannst du mobil kreativ sein?

> ja. könnte ich es nicht, wäre wahrscheinlich kein heft entstanden – oder zumindest keins, mit dem ich zufrieden bin.

> konzeptionell schon, gestalterisch eher gezwungenermaßen. bei zeitdruck versuche ich erst einmal, auf routinen zurückzugreifen.

> ich denke man kann jederzeit kreativ sein. die frage nach dem mobilen kreativ arbeiten und umsetzen hängt immer von dem projekt und den umständen selbst ab. das kreative denken jedoch lässt sich meiner meinung nach überall umsetzen.

> kreative gedanken und lösungsansätze scheinen mir von der örtlichkeit und der situation sowie von der tageszeit unabhängig zu sein. der ausdruck dieser kreativität bzw. wie sie manifestiert wird dagegen hängt sehr stark mit den verfügbaren mitteln und den gegebenen umständen zusammen. ich denke, dass die entstandenen hefte dies wiedergeben.

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hast du mobile arbeitsweisen für dein tägliches arbeiten übernommen?

> da ich durch mein studium an der hochschule anhalt regelmäßig zwischen berlin und dessau hin und her pendele, bin ich immer wieder zum mobilen arbeiten gezwungen.

> meine arbeitsweise wurde nicht direkt beeinflusst oder hat sich geändert, aber ich fand es sehr interessant andere arbeitsweisen und drucktechnicken kennenzulernen.

> zeitdruck/begrenzte arbeitsmittel können auch nützlich für das arbeiten sein.

> ja, aber das ist eher unabhängig vom workshop und hängt mehr mit den mobilen geräten zusamen, die man sowieso immer dabei hat. in meiner gestaltungsarbeit fällt mir nichts ein, was ich übernommen habe.

> ich versuche manchmal, fehlern und missgeschicken etwas abzugewinnen. das erlauben freie projekte am ehesten.

> aktuell beantworte ich diese fragen auf dem weg nach hause. ich persönlich brauche zum konstruktiven und erfolgreichen arbeiten jedoch eine, nach meinen bedürfnissen eingerichtete umgebung. durch smartphones und andere gadgets wird es einem natürlich vereinfacht mobil zu „arbeiten“, ein komplexes projekt könnte ich auf diese weise jedoch nicht umsetzen, da fehlt einfach die basis.

> während der exkursion habe ich mein smartphone erstmals als ein mobiles werkzeug der dokumentation und bearbeitung visuellen materials kennengelernt. als ein solches nutze ich es nun auch auch für das tägliche arbeiten: zum beispiel schicke ich statt eines pdfs nun öfter mal fotos eines dummys für die ansicht eines layouts, wobei ich für die fotos und die e-mail das smartphone zum einsatz kommt. dadurch entsteht auch eine sehr gut nachvollziehbare präsentation des gestaltungsentwurfs.

 

 

 

Reflexion

 

 

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Reflexion

 

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aufgenommen – unser konzept als film

Ein Bild aus dem Film mobile book

 

 

 

dem film ist anzusehen, dass er ein produkt vieler zwischengeschalteter medien und maschinen ist. gemäß unseres vorhabens, alle facetten von mobilität zu erfassen, wurde er um störsignale erweitert, die über eine kabellose übertragung und deren beeinträchtigung durch z.b. wlan-signale oder statischer ladung zustande kam. damit ist der film ein ergebnis von sowohl analoger als auch digitaler mobilität – nicht nur die unserer inhalte, sondern auch von deren ursprünglichen aufnahme- und wiedergabemedien.

 

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nicht da, wo wir sind – reisen als nichtort

die reisen zwischen dessau und dortmund wurden von uns über methoden und anweisungen dokumentiert, welche die verschiedenen fortbewegungsmittel und deren merkmale berücksichtigten, jedoch dieselbe fragestellung zum anlass hatten: das reisen als nichtort bzw. wo bin ich, wenn ich reise? wie reise ich und wie unterscheiden sich die verschiedenen arten zu reisen? kann eine digitale reise eine physische ersetzen?

es folgen unsere ergebnisse.

 

dortmund – dessau

verschiedenen arten zu reisen können unterschiedliche, aber auch gemeinsame eigenschaften haben. diese eigenschaften sollten in der dokumentation sichtbar gemacht werden. inspiriert von reisespielen wie ich sehe was, was du nicht siehst oder durch fremdgesteuerte arbeitsweisen¹, ² wurden verschiedene handlungsanweisungen entwickelt, die sich bei auto-, zug und busfahrt ausführen lassen. es konnten texte, fotos, grafiken, video- und tonaufnahmen entstehen.

quellen/beispiele

1: lewitt, sol (1970): blue snap lines. wall drawing #51, http://www.massmoca.org/lewitt/walldrawing.php?id=51 zuletzt abgerufen am 19.11.2014
2: lewitt, sol (1971): wall drawing boston museum. wall drawing #118, http://desert-stars.tumblr.com/post/76551465440/sol-lewitt-wall-drawing-118 zuletzt abgerufen am 19.11.2014

während einer reise mit dem auto ist man relativ abgeschottet von den anderen reisenden auf der straße. trotzdem – oder gerade deswegen – konnten wir von ihnen viele daten sammeln. in einem festen zeitrhythmus notierten wir die kennzeichen von vorbeifahrenden oder überholten fahrzeugen; die farbe derselben hielten wir durch ein foto fest. daraus konnten wir verschiedene verläufe der reise erzeugen: ein zeit-kennzeichen-verlauf und ein farbverlauf aus den farben der autos.

Ausschnitt aus dem Zeit-Kennzeichen-Verlauf

Ausschnitt aus dem Farbverlauf

wir notierten alle richtungswechseln und stops während der fahrt. durch aneinanderreihung entstand ein weiteres abstraktes protokoll der autofahrt.

Ausschnitt aus der Dokumentation der Richtungswechsel

 

vor allem bei der fahrt auf der autobahn kann die umgebung monoton sein. insbesondere der blick durch die windschutzscheibe zeigt eher den stillstand im inneren des fahrzeugs als die stetige bewegung außerhalb. durch regelmäßige, mit langer belichtungszeit aufgenommene fotos wurde dieser stillstand nach vorne und die bewegung links und rechts der straße deutlich. indem wir alle entstandenen fotos mit reduzierter deckkraft übereinander legten, wurde dieser gegensatz von stillstand und bewegung noch verstärkt; gleichzeitig entstand ein durchschnittsbild der gesamten fahrt, des nichtortes.

obwohl sich unsere physische, eigentliche reise auf die vom navigationsgerät geplante route beschränkte, waren wir mit dem smartphone und mobilem internet gleichzeitig an vielen weiteren orten unterwegs. diese digitalen reisen durch soziale medien und über emails zu menschen, die ganz woanders sitzen, dokumentierten wir durch screenshots und stellten später eine virtuelle reiseroute zusammen.

Reisedoku, digital - analog

eine reise mit dem zug ist eher unpersönlich. man bekommt einen von vielen identisch eingerichteten plätzen zugewiesen. wie viele andere dieser öffentlichen räume, sind auch die zugabteile von regeln beherrscht. wir durchbrachen das unpersönliche, indem wir unsere plätze privat einrichteten: wir hingen gardinen ans zugfenster und stellten blumen auf. bestehende regeln ergänzten wir durch aufkleber mit unseren eigenen. um auch unsere mitreisenden in unsere dokumentation miteinzubeziehen, tauschten wir mit ihnen kleine reiseandenken aus.

Foto vom Reisen im Zug

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Foto vom Reisen im Zug

Foto vom Reisen im Zug

 

 

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dessau – dortmund

Foto von der Anreise im Bus

die fahrt mit dem reisebus weist überschneidungen mit zug- und autoreise auf. die atmosphäre ist im bus etwas persönlicher als bei einer bahnfahrt, da man einen durchaus stärker begrenzten raum mit vergleichsweise wenigen menschen teilt. durch den geringeren raum sind sie leichter zu erreichen. dies wird in einer umfrage unter den passagieren deutlich: mit herumgereichten zetteln fragten wir nach reiseziel und -grund. die antworten der einzelnen personen sind durch ihre handschrift sichtbar individualisiert.

Handschriftliche Dokumentation der Gründe und Ziele der Mitreisenden

Handschriftliche Dokumentation der Gründe und Ziele der Mitreisenden

Handschriftliche Dokumentation der Gründe und Ziele der Mitreisenden

anders als bei der bahn nimmt man den reisebus mehr als abgeschlossenes, kompaktes fahrzeug wahr; man kann von jedem platz aus genau sehen, wo es anfängt und aufhört. während andere leute aus dem einen zugabteil in ein weiteres für immer verschwinden und man nicht genau weiß, wie lang der zug ist und wieviele leute hineinpassen, hat man in einem reisebus einen besseren überblick und begreift sich mehr als teil einer gruppe. in der reisedokumentation machten wir dies in einem reiselogbuch deutlich. verfasst im stil von gesprochenen logbucheinträgen bei serien wie raumschiff enterprise erzählen wir viele aspekte und teile der reise, wie z.b. start, ansagen des kapitän und gedanken über das reiseziel in der westlichen hemisphäre.

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projektpräsentation und ausstellung

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designstudenten der fh dortmund und des dessau department of design beschäftigten sich im sommersemester 2014 mit den (un)möglichkeiten des mobilen seins in zeiten von lückenloser vernetzung und permanenter erreichbarkeit. wir sind da, aber nicht da, wo wir sind:

wo wollen wir eigentlich hin?

am 26.03.2015 ab 17.30 uhr wird das projekt mit workshopergebnissen und einer zusammenfassenden publikation im dortmunder u, ebene u2 präsentiert. die studenten sind über einen videochat anwesend, während sie zu hause auf dem sofa, in paris oder in der karibik sitzen.

bis zum 07.04.2015 wird das projekt im u zu sehen sein.
ein projekt des buchlabor.

weitere informationen zum projekt:

blog
http://blog.buchlabor.net/mobile_book/projekt/

workshopdoku dessau
http://sugarscroll.de/all/events/wo-fahren-wir-eigentlich-hin/

workshopdoku dortmund
http://sugarscroll.de/all/events/was-machen-wir-hier-uberhaupt/

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ebene u2
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44137 dortmund

projektpräsentation am 26.03.2015 ab 17.30 uhr
ausstellung vom 27.03. bis zum 07.04.2015

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wieder tag 1: auf der spur

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zwar planten wir für den dortmunder workshop, das vorgehen aus dessau im prinzip zu wiederholen, jedoch nahmen am heutigen tag weitere studierende des fachbereichs design teil, die zwar in einem parallel laufenden kurs mit dem thema mobilität vertraut waren, den workshop jedoch noch nicht kannten. und so besprachen wir zunächst den groben ablauf, bevor die studierenden dann in die umgebung ausschwärmten, um material zu sammeln.

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ziel war es, zum nachmittag bereits genügend entwürfe für eine zwischenpräsentation zusammen zu haben, um diese zusammen mit der instant3 beginnen lassen zu können. gleichzeitig sollte eine video-audio-installation das konzept unseres vorhabens vermitteln: wir zeigten das zusammengeschnittene film-material von der reise nach dessau in kombination mit einer überarbeiteten fassung der audio-präsentation. dazu lief der film auf einem fernseher und dessen sound zusätzlich auf kleinen ukw-radios. um den gedanken der von unserem umfeld beeinflussten  inhalte aufzugreifen, errichteten wir zudem störsender an die ausgabegeräte, die unsere wiedergabeschleife stets ein wenig veränderte.

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instant3 hielt neben unseren ergebnissen auch die von anderen kursen (z.b. form & code) und workshops (z.b. fulldigijackets) für interessierte bereit. wer lust bekam, selbst aktiv zu werden, konnte zudem mit farbkugeln auf illustrationen feuern.

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das improvisierte arbeiten verlief ähnlich wie in dessau: bilder und texte sowie deren zusammenhänge wurden durch unsere verschiedenen möglichkeiten der medialen modifikation und reproduktion geschleift und so verfremdet. durch kombination und rekombination gelangten die studierenden zu den gezeigten heftseiten.

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wieder tag 1: aufbau

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während unser fahrzeug, der urban intervention explorer, samt der ausrüstung sowie einer ladung getränke (und ur-erdnüsse) vom fachbereich aus zum hafen gefahren werden musste, reisten die teilnehmer des workshops zumeist mit der straßenbahn an. die haltestelle dazu war lediglich durch eine zu überquerende brücke vom hafenglück, dem veranstaltungsort für unsere workshops und für instant 3, entfernt. das wetter ließ zudem die anreise per fahrrad zu – und den ein oder anderen gedanken an ein bad im hafenbecken: es war sehr heiß. die maritim anmutende umgebung war in diesem sinne eine hervorragende wahl.

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das hafenglück stellte uns neben der fläche auch stühle, arbeitsmöglichkeiten drinnen und vor allem strom zur verfügung. wir machten unser equipment startklar. die vorräte an getränken verstauten wir zunächst unter der brücke um sie bis zum beginn von instant3, zu welcher unser fasta-café – das rosies – sie servieren würde, etwas kühler zu lagern.

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als die technik soweit funktionierte, das weitere arbeitsmaterial innerhalb des bar-bereichs vom hafenglück bereitstand und unser druckermeister ebenfalls bereit war, versammelten wir uns zunächst an den tischen, um das weitere vorgehen zu besprechen und den workshop zu starten.

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empfang – die studis sind da

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am tag vor den dortmunder workshops, gegen abend, erreichten die dessauer studierenden via fernbus aus leipzig den dortmunder hauptbahnhof, wo wir sie in empfang nahmen und zunächst zu einem hostel in bahnhofsnähe begleiteten.

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von dort aus gingen wir gemeinsam in richtung der westlichen innenstadt, um etwas zu essen und dann das ein oder andere bier zu uns zu nehmen. unsere wahl fiel dabei auf ein burger-restaurant und im anschluss auf einen beliebten biergarten an der rheinischen straße (früher einmal eine tankstelle).

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ladevorgang – instant 3, hafen dortmund 03.07.

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wir laden ein zu unserem Workshop: was machen wir hier überhaupt? improvisiertes dokumentieren der Umgebung

03.07.2014 / am hafenglück / mathiesstraße 16 / dortmund-hafen / beginn 09.30

Wie erschließe und dokumentiere ich einen Ort? Hier geht es um direktes Handeln und Improvisieren als ein Teil des mobilen Seins und um die Wahrnehmung des Ortes aus der Sicht eines Fremden, Reisenden oder auch Ortsansässigen.

die teilnehmer schwärmen in die umgebung aus und senden die daten (bild, text) von ihrer ortserkundung mit ihren mobile devices per e-mail an die drucker im transporter. zur verfügung steht auch eine linolschnittdruckpresse mit entsprechendem arbeitsmaterial. das produzierte material wird vor ort zu druckwerken mit den vorhandenen mitteln zusammengebaut. wir arbeiten und produzieren, so lange das material reicht …

zwischenpräsentation ab 16.00

 

mit freundlicher unterstützung von:

Bürotechnik Schweinsberg

 

weitere informationen auf

sugarscroll
diesem blog

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weitere projekte und workshops der fh dortmund im rahmen von instant 3 // beginn ab 16.00

1984 – bitmob
hit me with the trafo stick. mitten ins herz.
(artworks digital entwickeln und mit dem led stick realisieren. solange der saft reicht!)

form & code
(streifzüge durch orte, bilder, texte und andere daten.)

egoshooter
workshop
(kill your inner bastard, the ultimate illu-shooting gallery with frank höhne and lars harmsen)

fulldigijackets
(trafo pop berlin digi-jackets on tour)

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tag 2: aufbruch

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nach und nach schlossen die teilnehmer des workshops ihr/e heft/e ab und absolvierten damit die zweite session in dessau. gemeinsam brachten wir die aus dem vorort-haus (siehe projekt vorort-haus; vorort.design.hs-anhalt.de) geliehenen tische und stühle in eben jenes zurück und packten das arbeitswerkzeug, vom skalpell bis zum stempelkissen, zusammen. sämtliche probedrucke und druckformen sammelten wir für die mögliche verwendung im rahmen unserer dokumentation.

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nachdem unser druckmeister seine utensilien fachgerecht verstaut und die heimreise in’s ruhrgebiet angetreten hatte, begannen wir, auch das restliche equipment wieder im bauch des urban intervention explorers zu verstauen. sowohl mit diesem, als auch einer kleinen stärkung im magen, reiste das „team asphalt“ diesmal ohne große verzögerungen durch verkehrsstaus zurück nach dortmund. das „team gleis“ verbrachte noch etwas zeit mit den dessauer studierenden am vorort-haus (und im sonnenschein) bis es dann zum hauptbahnhof und damit auf heimreise ging.

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auf der bahnfahrt führte die sitzordnung in den jeweiligen ic-zügen und ein weng auch die unterschätzte anstrengung der zwei workshop-tage dazu, dass wir unsere aktionen zur dokumentation auf das sammeln von fotos und tonspuren reduzierten.

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